Im Bullenmarkt steigt der Bitcoin Kurs doch nur, oder? Dann ist eine 30 % Korrektur also ziemlich schlecht? Bullenmarkt vorbei? So viele Fragen, die vielen Kryptonauten aktuell durch den Kopf gehen. BTC bricht ein, die Altcoins bluten, Endzeitstimmung. Dabei war die Korrektur absehbar, ja nahezu angekündigt und ist obendrein positiv.

Die größte und erste dezentrale Kryptowährung der Welt sorgte mal wieder für viel Aufregung. Der Bitcoin fiel im Verlauf einer 31 % Korrektur auf zeitweise unter 30.000 USD und zog die Altcoins gleich mit sich in die Tiefe. Das ist der Krypto-Medienlandschaft natürlich viele Schlagzeilen wert und viele Weltuntergangsprophezeihungen gleich dazu.

Dabei ereignete sich im Verlauf der letzten Tage lediglich die zweite richtige Korrektur im Bitcoin Kurs. Eine Korrektur, die sich mehr oder minder vorher schon ankündigte. Und der daraus entstandene „Dip“ ist nicht nur positiv für all diejenigen, die auf günstige Preise hofften, sondern auch für den Bullenmarkt an sich.

Bitcoin Kurs in der Korrektur: Schwache Hände raus, starke Hände rein

Die Situation an den (Krypto-)Märkten ist immer dieselbe. Steigende Kurse? Euphorie und Gier. Fallende Kurse? Angst und Panik. Seitwärtsverlauf? Spekulation und Ungeduld. Gerade in noch jungen Märkten ist das Verhalten vieler Marktteilnehmer noch intensiver zu beobachten. Bitcoin und Co. bilden hierbei keine Ausnahme!

Quelle: Tradingview

Die Kryptomärkte neigen zu – vergleichsweise – großen Bewegungen. Da können vor allem Neulinge schon mal schwache Hände bekommen. Aber genau dazu sind diese Korrekturen im Bitcoin Kurs ja da: Um schwache Hände aus dem Markt zu spülen. Damit neue Käufer in den Markt einsteigen können und das „starke Geld“ die Preise höher treibt.

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Grayscale kauft wieder ordentlich BTC

Das starke Geld? Ja, zum Beispiel institutionelle Investoren oder andere große Mitspieler am Markt aus der Smart Money Kategorie. Woran wir deren Aktivitäten erkennen? Unter anderem an den BTC Käufen von Grayscale Investments. Denn Smart Money scheint Anteile am Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) zu lieben.

Quelle: Bybt

Und seitdem Grayscale wieder neue Investments akzeptiert, fügte das Unternehmen seinem BTC Bestand wieder wahnsinnige Mengen an frischen Bitcoins hinzu. Bestand von Grayscale mit Stand vom 13. Januar 2021: mehr als 606.000 BTC. Bestand zum Zeitpunkt dieses Artikels: mehr als 642.000 BTC.

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Verschiedene Marktteilnehmer in den Kryptomärkten

Smart Money kauft also weiter jeden Satoshi, der zu haben ist? So ähnlich. Wieso der Preis dann dennoch fällt? Weil Smart Money in noch jungen Märkten nicht im Ansatz so koordiniert vorgeht, wie das beispielsweise aus traditionellen Märkten bekannt ist. Und dann wäre da auch der noch spürbare Einfluss von Retail auf die Kryptomärkte.

Quelle: Glassnode

Und so sehen wir das Verhalten der unterschiedlichen Marktteilnehmer auch schön reflektiert in den BTC Transaktionen von und zu Krypto Börsen. Die ganze bisherige Korrektur über können wir plötzliche Spitzen in den Ein- und Auszahlungen feststellen. Besonders bei Coinbase waren die Einzahlungen ein früher Indikator der bisherigen Korrektur.

Quelle: Glassnode

Hinzu kam die angepasste SOPR für Bitcoin. Diese Metrik diente schon in der Vergangenheit zur Ermittlung von extremen Marktzuständen, die einer Korrektur oder auch generellen Preisumkehr bedurften. Seit Monaten erreichte diese Metrik ihren Mittelwert 1 nicht mehr. Dies ändert sich nun durch die bisherige Korrektur.

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Janet Yellen doch nicht mehr so negativ gegenüber Bitcoin und Co.?

Desweiteren finden sich in den Antworten auf Fragen des Finanzausschusses des US-Senats von Dr. Janet Yellen – nominiert für den Posten der Finanzministerin unter US-Präsident Joe Biden – durchaus interessante Angaben zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Yellen wurde demnach gefragt, welche potenziellen Vorteile und Gefahren sie bei Bitcoin und Co. sehe. Und auch, ob mehr getan werden müsse, um entsprechende Regulationen zu schaffen. Hier ihre Antwort:

Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Vorteile von Kryptowährungen und anderen digitalen Assets im Hinterkopf behalten. Denn das Potenzial unser Finanzsystem zu verbessern ist gegeben. Gleichzeitig werden sie aber auch für [kriminelle Machenschaften] genutzt. Ich denke, wir müssen genau prüfen, wie wir die legitime Nutzung [von Kryptowährungen] fördern und die Nutzung für [kriminelle Machenschaften] verhindern.

Die Antwort von Dr. Janet Yellen, hier in gekürzter Version, deutet auf eine gewisse Bereitschaft zur sinnvollen Regulation von Bitcoin und Co. hin. Auch scheint Yellen weniger die negativen, als die positiven Gesichtspunkte von Kryptowährungen – mittlerweile – zu sehen. Das ist insgesamt bullisch.

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Schlusswort: Günstige Bitcoin

Wir sehen also, dass der Bitcoin Kurs in der Tat in der Korrektur steckt. Während aber Verkäufe mit dem Zweck der Gewinnmitnahme oder aus Panik heraus liefen, kaufte Smart Money kräftig ein. Denn die schwachen Hände verkauften und drückten den Preis nach unten.

Günstige Bitcoins? Für Smart Money sowas wie Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig. Korrekturen sind gesund für den Markt. Und wenn wir uns von den Preischarts mal abwenden, dann finden wir logische, nachvollziehbare Antworten, warum solche Korrekturen passieren und warum BTC nach wie vor stark bullisch wirkt.