Der Bitcoin Kurs bricht ein, nachdem Tesla CEO Elon Musk die Unterstützung für die erste und größte dezentrale Kryptowährung als Zahlungsmittel einstellt. Kommt jetzt der Bärenmarkt? Geht es doch noch zum Moon? Ein Versuch mithilfe von Chartanalyse, On-Chain Daten und rationalem Verstand diesen Fragen auf den Grund zu gehen.

Der Bitcoin Kurs ist wohl das Hauptaugenmerk der meisten Anleger in Kryptowährungen schlechthin. Das gilt nicht nur in bullischen Phasen, sondern vor allem auch dann, wenn der BTC Preis fällt. Selbst Anleger, die ausschließlich in Altcoins investiert sind, bekommen nämlich die Volatilität zu spüren.

Bei fallendem Bitcoin Kurs macht sich zudem schnell Panik breit. Ist der Bullenmarkt vorbei? Kommt jetzt der Bärenmarkt oder die Wiederholung der Ereignisse nach dem Jahreshoch 2019? Nun, auch wir können nur Wahrscheinlichkeiten aufzeigen. Und das klappt mitunter am besten mithilfe von Chartanalyse, On-Chain Daten und rationalem Denken.

Der übergeordnete Trend im Bitcoin Kurs ist bullisch

Beginnen wir im Wochenchart. Hier sehen wir den übergeordneten Trend im Bitcoin Kurs, der eindeutig als bullisch zu werten ist. Warum? Denn der schwarze 20-Wochen gleitende Durchschnitt wurde – zum ersten Mal – in diesem Bullenmarkt getestet und scheint bisher zu halten. Und ein Kurs über seinem 20-Wochen Durchschnittspreis ist nun mal nicht bärisch zu sehen.

Quelle: Tradingview

Gleichzeitig sehen wir eine Korrekturbewegung um knapp 29 % seit dem Allzeithoch bei 64.854 USD im Bitcoin Kurs. Solcherlei Korrekturen kennen wir bereits aus den vorherigen Bullenmärkten, insbesondere 2016/2017. Und solche Korrekturen sind normale Marktbewegungen, auch in Bullenmärkten. Zeitgleich scheint die aktuelle Wochenkerze zum Zeitpunkt dieses Artikels Kaufdruck zu spüren.

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Tageschart für den Bitcoin Kurs mit bullischen Umkehrsignalen

Im Tageschart bestätigt sich das Bild eines bullischen Preisverlaufs übergeordnet, selbst wenn der jüngste Verlauf im Bitcoin Kurs eher bärisch aussehen mag. Wir sehen zum einen eine bullische Divergenz im RSI Indikator (bullisches Umkehrsignal) und zudem ein Chartmuster, welches als „Swing Failure Pattern“ bekannt ist.

Quelle: Tradingview

Der Bitcoin Kurs bildete Ende April ein Tief aus, nachdem eine Korrekturbewegung nach Erreichen des aktuellen Allzeithochs eingesetzt hatte. Das Scheitern beim ehemaligen Allzeithoch bei 58.352 USD führte dann – beschleunigt durch die Meldung von Tesla – zu einem Abverkauf auf ein neues Tief bei 46.000 USD, während der Preis aber deutlich höher umdrehte.

Dies ergibt ein Swing Failure Bottom, was ein bullisches Umkehrsignal ist. Wir haben also einen Bitcoin Kurs oberhalb seines 20-Wochen Durchschnitts, eine bullische Divergenz an einer wichtigen Unterstützungszone plus ein bullisches Chartmuster. Grund zur Panik? Wohl eher nicht.

Smarte Investoren sehen Möglichkeiten, anstatt bärisch zu werden

Es gibt natürlich viele Herangehensweisen in der technischen Analyse. Manche Analysten nutzen eine Vielzahl an technischen Indikatoren, andere setzen auf Fraktale (wiederkehrende Muster) oder Elliott Wave Formationen und/oder weitere Ansätze. Am Ende ergeben sich aus sämtlichen Analysemethoden aber stets nur Wahrscheinlichkeiten und niemals Garantien.

Eine große Rolle spielen auch die Emotionen im Markt. Und bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen trifft das wohl umso mehr zu, da die Märkte a) noch jung sind und b) viele unerfahrene Anleger anziehen, die das schnelle Geld suchen. So kommt es dann auch, dass wir oftmals bärisches Sentiment an Unterstützungen sehen und bullisches Sentiment an Widerständen. Ein typisches Verhalten von Privatanlegern, übrigens.

Quelle: Tradingview

Dabei lehrte uns schon der prominente Investor Warren Buffett, dass wir am besten dann kaufen, wenn andere Angst haben und verkaufen, wenn andere gierig sind. Natürlich könnte der Bitcoin Kurs weiter einbrechen und auf beispielsweise rund 40.000 bis 42.000 USD fallen. Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben. Doch in Bullenmärkten sollten wir deshalb nicht in Angst und Schrecken verfallen, sondern die Angst anderer vielmehr nutzen.

Quelle: Glassnode

Smart Money erkennt den wiederkehrenden Wechsel von Gier zu Angst und nutzt dieses Verhalten von Retail aus. Nicht umsonst verließen erst zuletzt wieder rund 10.000 BTC die Krypto Börse Coinbase. Smarte Investoren sehen Chancen in fallenden Preisen, während der übergeordnete Trend bullisch ist. Und diesen bullischen Trend sahen wir im Wochen- und Tageschart weiter oben.

BTC Miner weiter im HODL-Modus

Zudem gibt es aufseiten der fundamentalen On-Chain Daten für den Bitcoin Kurs keine besorgniserregenden Entwicklungen. Ja, die Gesamtmenge an BTC auf Krypto Börsen steigt wieder etwas an und die ein oder andere Metrik könnte besser aussehen. Die Kernmetriken aber sind im bullischen Bereich. So auch das Verhalten der BTC Miner, beispielsweise. Denn die sind im HODL-Modus.

Quelle: Glassnode

Während wir im Januar 2021 noch starke Verkäufe der BTC Miner sahen, nahmen diese Verkaufsaktivitäten mehr und mehr ab. Seit Ende März 2021 akkumulieren die Miner nun wieder und verkaufen kaum BTC aus ihren Beständen. Ein schönes Signal dafür, dass die BTC Miner eine langfristige Preissteigerung zu sehen scheinen.

Wie steht es um andere Kryptowährungen?

Bei anderen Kryptowährungen sieht es gemischt aus. Wenn der BTC Preis volatil wird, reagieren die Altcoins darauf meist nicht allzu positiv. Doch es gibt immer wieder mal Ausreißer. Cardano (ADA) ist so ein Beispiel zurzeit und Ethereum (ETH) zeigt auch viel Stärke in dieser volatilen Phase im Bitcoin Kurs.

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Insgesamt sollte Vorsicht gelten, solange der Bitcoin Kurs keine Stabilität gefunden hat und die Volatilität hoch bleibt. Denn die Neigung zur Korrelation mit Bitcoin durch Altcoins kann hier schnell einen eigentlich vielversprechenden Einstieg in eine Minusposition verwandeln. Vor allem bei Assets mit wackeligen Fundamentals!

Wo geht die Reise hin im Bitcoin Kurs?

Abschließend bleibt uns nur zu sagen, dass Preisfluktuationen im Bitcoin Kurs auf Tagesebene für langfristige Anlagehorizonte keine wirkliche Rolle spielen. Wenn überhaupt, dann sehen smarte Investoren – wie oben schon erwähnt – fallende Preise als Möglichkeit günstig nachzukaufen.

Auf der anderen Seite sollten wir bei allen bullischen Signalen nicht die Augen vor etwaigen Risiken weiterer Abverkäufe verschließen. Eine Rückkehr zur Grenze von 1 Billion USD Marktkapitalisierung im Bitcoin Kurs ist allerdings das, was wir am wahrscheinlichsten sehen.