Bitcoin, die weltweit erste und größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, erreicht fast jeden Tag ein neues Allzeithoch. Aber wirklich interessant ist, dass BTC diese Rekorde gebrochen hat, während die meisten Büros der Institutionellen Investoren sowie Future-Marktplätze und traditionelle Börsen in den Weihnachtsferien waren.

Wer hat soviel Bitcoin nachgefragt, dass der Preis ein Rekord nach dem anderen bricht? Wer war es, der so viel Bitcoin auf dem Wunschzettel stehen hatte? In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit genau dieser Frage, Viel Spaß!

2020: Das Jahr des Gelddruckers

Das Jahr 2020 war zweifelsohne ein besonderes Jahr, denn seit einem Jahrhundert hat es keine Pandemie dieses Ausmaßes gegeben. Die spanische Grippe wütete zwischen 1918 und 1920 und raffte laut Schätzungen zwischen 20-50 Millionen Menschen dahin. Das sind deutlich mehr Menschen, als infolge des ersten Weltkriegs umkamen (ca. 17 Mio.).

An Covid-19 starben bis heute ca. 1,7 Mio. Menschen weltweit und die Wirtschaft konnte durch die Lockdowns nur durch riesige Finanzspritzen am Leben gehalten werden. Die Gelddrucker liefen regelrecht heiß und die Geldmenge M2 explodierte.

Die Zentralbanken der Welt senkten die Zinssätze auf quasi Null und pumpten im nie gesehenen Ausmaß Geld in die Finanzmärkte. Nun steigt die Angst vor einer Inflation und viele Investoren sind auf der Suche nach sicheren Häfen für ihr Vermögen.

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Bitcoin unterm Weihnachtsbaum

Die Kryptonews im Jahr 2020 waren voll von den sogenannten Institutionellen Investoren. Versicherungen, Hedgefonds, Vermögensverwalter aber auch börsennotierte Unternehmen wie MircoStrategy tauschten Teile ihrer Rücklagen in Bitcoin und verliehen Bitcoin eine neue Legitimierung.

Dazu kommt ein weiter wachsendes Interesse an BTC Futures und dem Einstieg von PayPal als Kryptohandelsplattform. Kurz um: Die großen Fische bestimmten die Richtung, in die sich der Bitcoin Kurs in diesem Jahr bewegte.

Doch genau diese hatten in den letzten Tagen keine Möglichkeit, Bitcoin zu kaufen oder Derivate am Future-Markt in Chicago zu handeln: Die christlich geprägten Länder der Welt waren in der Weihnachtspause und so sieht Adam Back von Blockstream nur eine Möglichkeit: Es waren die Privatinvestoren.

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Schwarzer Donnerstag: Zentralbanken pumpten Bitcoin

Investoren kauften Bitcoin in der Zeit nach dem schwarzen Donnerstag aber nicht nur wegen der drohenden Inflation, sondern auch, weil Geld leihen nie so günstig wie jetzt war.

Außerdem schien ein Bitcoinpreis von 6000 oder 7000 US-Dollar durchaus günstig. Als die Finanzmärkte im März abstürzten, musste BTC und der gesamte Kryptomarkt einen noch viel schlimmeren Absturz hinnehmen. Der Bitcoin Kurs musste innerhalb weniger Tage mehr als 50% einbüßen.

Erholte sich Bitcoin davon nur so schnell, weil das Halving wenige Wochen vor der Tür stand? Eher nicht. Und auch die institutionellen Investoren waren hier nicht entscheidend. Denn anders als von vielen Bitcoinern erhofft, betrachteten die institutionellen Investoren Bitcoin nicht als „sichere Anlage“. Sie haben BTC abgestoßen und ihr Geld in traditionelle sichere Häfen gesteckt – Dollar, Yen und Schweizer Franken oder Gold.

Der Hauptgrund für eine schnelle Erholung war die Zentralbanken, denn die ersten Hilfspakete gegen die Folgen des Lockdowns kamen relativ schnell und unkompliziert. Anhaltende Infusionen von Fiat-Geld ließen die Preise aller Vermögenswerte steigen. Dabei bildeten Kryptowährungen wie Bitcoin keine Ausnahme.

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Entkopplung vom Aktienmarkt?

Bitcoin ist vor allem seit dem schwarzen Donnerstag ziemlich genau dem Kursverlauf vom Aktienmarkt gefolgt, wenn auch mit etwas größerer Volatilität und einigen Ausschlägen. Auch wenn teilweise wieder von der langersehnten Entkopplung vom Aktienmarkt die Rede ist, scheint sie doch noch ferner als gedacht.

Bestimmt sehen einige Investoren Bitcoin als Wertspeicher an, aber viele scheinen es eher als risikofreudige Portfolio Aufschmückung zu sehen, die notfalls schnell abgestoßen werden kann. Bis der Bitcoin Standard sich also wirklich durchsetzt, wird noch einige Zeit ins Land gehen, solange diese Denkweise nicht von der des Wertspeichers ersetzt wird.

Dies wird die Privatinvestoren aber wahrscheinlich kaum aufhalten, weiter Bitcoin zu akkumulieren. Je länger die Institutionen noch zurückhalten, desto länger kann der Otto-Normal-Hodler Satoshis sammeln.

Man will sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn wirklich die ganz großen Fische in Bitcoin einsteigen: Eine wahre Mondmission! Wir wünschen einen schönen Wochenstart und berichten wie immer täglich für euch!