Eine Welle an positiven Neuigkeiten, allen voran Adoptionsmeldungen aus Mittel- und Südamerika, verhalfen dem BTC Preis am zu bullischem Momentum. Am gestrigen 09. Juni 2021 bahnte sich Bitcoin seinen Weg von zeitweise unter 33.000 USD auf einen Tagesschluss bei 37.400 USD. Ist der Bullenmarkt nun wieder in vollem Gange?

Gegenfrage: Hatte der Bullenmarkt jemals aufgehört? Ganz gleich welche Antwort wir auf eine der oder beide Fragen geben wollen, rein charttechnisch befindet sich Bitcoin (BTC) an signifikanten Entscheidungspunkten. Analysten sehen einerseits eine Erholung, andererseits 20.000 USD und weniger.

Was wir sicher wissen: El Salvador hat Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert und adoptiert. BTC Mining soll auch Einzug in das Land halten, der Strom dafür käme aus geothermalen Energiequellen. Heiß, heißer, Bitcoin – sozusagen. Doch noch immer fehlen institutionelle Gelder. Wendet sich das Blatt für „Mr. Orange“ also, oder steht trotz Vulkanen ein kalter Kryptowinter bevor?

Starker Anstieg im BTC Kurs… aber wie sieht die Fortsetzung aus?

Ziemliche Show, die der BTC Kurs am gestrigen 09. Juni 2021 ablieferte. Knapp 12 % ging es binnen 24 Stunden gen Norden. Zurück über eine steigende Unterstützungslinie, zurück über einer täglichen Unterstützungszone… zurück in den Bullenmarkt? Nun, dafür müsste der Bullenmarkt zunächst geendet haben. Aber bleiben wir zunächst im Hier und Jetzt. BTC meldet sich aufgrund positiver Impulse in den Fundamentals zurück!

Quelle: Tradingview

Doch die positiven Meldungen der Adoption von BTC als gesetzliches Zahlungsmittel aus El Salvador und die Laseraugen vieler weiterer Politiker aus Mittel- und Südamerika alleine werden wohl kaum ausreichen, um die nächsten Widerstände zu brechen. Sollte der Preis die tägliche Unterstützung bei 36.671 USD halten können, stünden 38.150 und eine Preisspanne von rund 40.000 bis ca. 45.000 USD an.

Quelle: IntoTheBlock

On-Chain Daten zu den ehemaligen Kaufvolumen in verschiedenen Preiszonen von IntoTheBlock verraten uns, dass schon vor 40.000 USD starke Widerstände auf den Preis warten könnten. Alleine zwischen durchschnittlich 37.000 und durchschnittlich 39.000 USD warten mehr als 1 Mio. BTC, die sich aktuell im Minus befinden. Die Mehrheit davon befindet sich wohl im Besitz von Privatanlegern (Retail).

BTC Whales und Institutionen an der Seitenlinie

Dass Retail zuletzt für den panischen Verkaufsdruck sorgte, wissen wir aus zahlreichen On-Chain Analysen. Und Retail neigt dazu, nach Verlusten gerne auch beim Break-even Point zu verkaufen. Es könnte also weiterer Verkaufsdruck auf den Bitcoin Kurs warten. Weiterer Verkaufsdruck, der wohl erneut nicht von den akkumulierenden Langzeitinvestoren absorbiert werden kann.

Quelle: Tradingview

Und BTC Whales bzw. Institutionen kommen aktuell nicht zur Hilfe geeilt. Ja, MicroStrategy will erneut in Millionenhöhe kaufen! Aber, das alleine wird den Preis kaum zurück in die Price Discovery befördern, noch Niveaus jenseits der 65.000 USD halten. Die großen Transaktionen (ab einem Gegenwert von 100.000 USD oder mehr) auf dem Bitcoin-Netzwerk jedenfalls lassen weiter nach.

Quelle: CryptoQuant

Und das Handelsvolumen im Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) zeigt ebenfalls recht eindrücklich, dass wir uns seit Januar/Februar 2021 in einer Phase des abnehmenden, institutionellen Interesses bewegen. Solange aufseiten der großen Mitspieler am Markt keine Trendwende einkehrt, gilt eine baldige Fortsetzung der Price Discovery nicht als wahrscheinlichstes Szenario.

Lesetipp: Was ist das Bitcoin Stock to Flow Verhältnis (S2F)? Ist ein BTC Kurs von 1.000.000 USD für 2025 möglich?

Nachfrage nach günstigen BTC vorhanden

Kaufinteresse aus nicht-institutioneller Sicht gibt es aber sehr wohl! Das belegen On-Chain Daten, die sich mit den Auftragsbüchern verschiedener Krypto Börsen beschäftigen. Durch diese Daten sehen wir deutlich, dass das Kaufinteresse im Falle eines nachlassenden Bitcoin-Preises größer wäre, als das Verkaufsvolumen bei steigendem Preis.

Quelle: IntoTheBlock

Aber auch das sind nur Momentaufnahmen. Die Orders in den Auftragsbüchern sind schließlich nicht statisch, sondern in ständiger Bewegung. Und ein Kurseinbruch um erneute 5, 10 oder gar mehr Prozent würde das Bild aufseiten der Verkäufer sicherlich erneut ändern. Wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass in einem unsicher-ängstlichen Markt negative Ereignisse schwerer gewichtet werden, als Positive.

Wenngleich das nicht nach „Hopium“ klingen mag…

…ist längst nicht alle Hoffnung vergebens. Bitcoin (BTC) war schon öfters in der Vergangenheit für Überraschungen gut und institutionelles Interesse kann sich teils genauso schnell drehen, wie das Sentiment unter Privatanlegern.

Der BTC Preis knackt also entweder die wichtigen Widerstände voraus und schafft Anreize für neue Käufer oder wir sehen mehr Konsolidierung und Seitwärtsbewegungen. Ein waschechter Bärenmarkt kann an dieser Stelle aber (immer noch) nicht attestiert werden.