💡 Gewerbliches Krypto-Trading und Steuern: Das Wichtigste in Kürze

  • Im privaten Bereich unterliegen Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen dem persönlichen Steuersatz (bis zu 45 %). Der Handel mit z.B. Krypto-Derivaten unterliegt dagegen der sog. Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
  • Für gewerbliche Unternehmen entfällt die Steuerfreiheit nach einjähriger Haltedauer (sog. Spekulationsfrist). Eine spätere Veräußerung bleibt voll steuerpflichtig.
  • Für rein vermögensverwaltende Personengesellschaften gilt die Haltefrist von einem Jahr weiter.
  • Die lückenlose Dokumentation aller Transaktionen kann beim Krypto-Trading zur Herausforderung werden. Steuer-Tools schaffen hier Abhilfe.
  • CoinTracking ist das beste Steuer-Tool für Kryptowährungen.

Steuern bei privatem Krypto-Trading

Bevor wir uns die Steuerregelungen beim gewerblichen Krypto-Trading ansehen, lohnt sich ein Blick auf die private Krypto-Steuer. Dadurch lassen sich Unterschiede und infolgedessen Vor- und Nachteile besser herausarbeiten.

Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen werden als private Tätigkeit mit dem persönlichen Steuersatz gehandhabt.

Das bedeutet, dass bis zu 45% Steuern auf die Gewinne anfallen können. Hinzu kommt die Haltefrist von 12 Monaten, die Steuerfreiheit ermöglicht. Wer also ein Jahr wartet, bevor er angeschaffte Kryptowährungen veräußert, zahlt keinen Cent an den Fiskus.

Wann muss ich ein Gewerbe für Krypto-Trading anmelden?

Das BMF hat sich bezüglich dieser Frage positioniert. De facto gelten normale Kryptohändler nicht als gewerblich. Nur einige Grenzfälle können Fragen aufwerfen.

Um als gewerblicher Trader eingestuft zu werden, musst Du dich wie ein professioneller Händler verhalten.

Dies ist insbesondere dann indiziert, wenn Du Fremdkapital aufnimmst, für andere handelst, Personal anstellst oder nach außen für Deine Dienstleistung wirbst.

Steuern bei gewerblichem Krypto-Trading

»Welche Steuern zahlt ein Krypto-Trading-Gewerbe?« - Neben der Einkommensteuer wird bei natürlichen Personen und Personengesellschaften Gewerbesteuer fällig, wenn der sog. maßgebende Gewerbeertrag i.S.d. Gewerbesteuergesetzes (GewStG) einen Freibetrag von 24.500 € überschreitet.

Natürliche Personen und Personengesellschaften zahlen neben der Gewerbesteuer Einkommensteuer in Höhe des jeweiligen persönlichen Steuersatzes. Kapitalgesellschaften müssen neben der Gewerbesteuer die Körperschaftsteuer entrichten. Diese beträgt bis 2027 einheitlich 15 % und wird anschließend bis 2032 jährlich um 1 % reduziert, bis auf 10 %. Die Gesamtbelastung aus Körperschaft- und Gewerbesteuer einer Kapitalgesellschaft beträgt somit ca. 30 %, ab 2032 ca. 25 %.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der gewerbliche Handel über eine Gesellschaft unter Umständen attraktiv sein kann. Dies wäre immer im Einzelfall durch einen Experten zu überprüfen.

Die Sinnhaftigkeit einer Einlage von Kryptowährungen aus dem Privatvermögen in ein Betriebsvermögen ist ebenfalls vom Einzelfall abhängig, da die im Privatvermögen angesammelten stillen Reserven bei der Einlage regelmäßig aufgedeckt werden.

Steuern bei gewerblichem Krypto Trading

Da wir nun einen Überblick über die private und gewerbliche Versteuerung beim Krypto-Handel haben, stellt sich die Frage nach den Unterschieden. Welche Vorteile ergeben sich also durch die Professionalisierung von Krypto-Trading?

Körperschaftsteuer statt des persönlichen Steuersatzes

Zunächst kann die Gründung einer Krypto-Trading-GmbH die Steuerlast senken. Privatpersonen, natürliche Personen mit einem Gewerbe sowie Personengesellschaften zahlen weiterhin den persönlichen Steuersatz auf ihre Kryptogewinne. Damit müssen sie bis zu 45 % an den Staat entrichten. Für natürliche Personen und Personengesellschaften mit einem Gewerbe fällt zusätzlich die Gewerbesteuer an.

Demgegenüber steht die Trading GmbH mit einem von der Höhe des Gewinns unabhängigen Steuersatz von circa 30 % (ca. 25 % ab 2032).

Dieser setzt sich aus 15 % Körperschaftsteuer und ca. 15 % Gewerbesteuer (abhängig von der jeweiligen Kommune) zusammen.

Unbegrenzte Verrechnung von Verlusten

Seit 2024 können auch Privatpersonen ihre Verluste aus Termingeschäften in unbegrenzter Höhe mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnen. Wer also Perpetual Swaps, Futures und Optionen auf Krypto-Börsen handelt, ist nicht mehr von einer Verlustbegrenzung im Privatvermögen gegenüber gewerblichen Händlern benachteiligt. Ausführlichere Informationen zur Besteuerung von Derivaten findest Du in diesen Artikeln:

Mehr Informationen zur Verlustverrechnung findest Du in unserem detaillierten Artikel »Verluste und Verlustvortrag bei Krypto-Steuern«.

Steuernachteile einer Krypto-Trading-GmbH

»Welche Nachteile hat eine Krypto-Trading-GmbH?« - Der große Nachteil einer Krypto-Trading-GmbH besteht im Verlust der Steuerfreiheit durch die 12-monatige Haltefrist. Während Privatpersonen darauf zurückgreifen können, besteht diese Option für institutionalisierte Händler nicht.

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Daher ist wichtig, dass vor einer Gründung abgewogen wird, was eigentlich das Ziel der GmbH ist. Wer kein Daytrading betreibt und sich als langfristiger Investor sieht, wird wohl eher von der Steuerfreiheit nach Ablauf der Haltefrist profitieren.

Die Kryptowährungen müssen innerhalb der Trading GmbH bilanziert werden. Das macht die Besteuerung von Kryptowährungen im gewerblichen Handel zumindest etwas komplexer.

Mehr Informationen zu Krypto-Freibeträgen und Freigrenzen findest Du in unserem detaillierten Artikel »Krypto Haltefristen und Freibeträge«.

Steuer-Tools für gewerbliche Krypto-Trader

Wer seinen Handel mit Kryptowährungen professionalisieren will, sollte dies ebenso mit der Dokumentation seiner Transaktionen tun. Steuer-Apps wie CoinTracking können hierbei mit verschiedenen Funktionen unterstützen.

CoinTracking Dashboard
CoinTracking ermöglicht eine präzise Analyse all deiner Transaktionen und erstellt Steuerberichte.

CoinTracking ermöglicht ein übersichtliches Tracking der Trading-Aktivität über verschiedene Krypto-Börsen hinweg. Es aggregiert und analysiert die Handelsaktivität. Die Plattform erlaubt die automatische Erfassung von Trades über API-Anbindung mit Krypto-Börsen wie Binance, Kraken oder Coinbase. Für professionelle Trader ergeben sich zudem folgende Vorteile:

  • Präzise Performance-Analyse: CoinTracking ermöglicht eine detaillierte Analyse der Handelsaktivitäten, was für professionelle Trader entscheidend ist.
  • Korrekte Steuerberichte: Die Plattform erleichtert die korrekte Erstellung der Krypto-Steuererklärung, was bei komplexen Handelsstrategien von großer Bedeutung ist.
  • Expertennetzwerk: CoinTracking bietet einen Full-Service an, bei dem Aufgaben an Experten delegiert werden können. Dies ist besonders hilfreich für komplexe Steuerangelegenheiten.

Wir empfehlen CoinTracking aus eigener Erfahrung. Mehr Informationen findest Du in unserem CoinTracking Test.

Fazit zur Besteuerung von gewerblichem Krypto-Handel

Das Thema Steuern im Kontext des gewerblichen Handels mit Kryptowährungen ist von entscheidender Bedeutung für alle, die in diesem aufstrebenden Markt aktiv sind.

Private Trader sollten wissen, dass sie ab 2024 Verluste aus Termingeschäften unbegrenzt mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnen können. Dadurch ist für gewerbliche Unternehmen ein wichtiger Vorteil entfallen. Allerdings ist die 12-monatige Haltefrist im Privatvermögen ein wichtiger Aspekt, der für den gewerblichen Handel entfällt.

Der wichtigste Unterschied ist bei der Besteuerung der Erlöse festzustellen: Während Privatpersonen bis zu 45 % abtreten müssen, belaufen sich die Krypto-Steuern in einer Trading-GmbH gegenwärtig auf etwa 30 %.

Häufige Fragen (FAQ) zu Krypto-Gewerbe-Steuern

In diesem Abschnitt geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Versteuerung von gewerblichen Krypto-Gewinnen.

  • Welche Steuern fallen beim gewerblichen Handel mit Kryptowährungen an?

    Beim gewerblichen Handel mit Kryptowährungen können verschiedene Steuern anfallen. Für natürliche Personen und Personengesellschaften ist die Gewerbesteuer relevant, sobald der Freibetrag von 24.500 € überschritten wird. Hinzu kommt in beiden Fällen die Einkommensteuer mit dem jeweiligen persönlichen Steuersatz.
  • Wie hat sich die steuerliche Situation für private Trader seit 2024 verändert?

    Durch das Jahressteuergesetz 2024 können ab dem Jahr 2024 auch private Trader Verluste aus Termingeschäften unbeschränkt mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnen. Dies betrifft im Krypto-Trading insbesondere Perpetual Swaps, Futures und Optionen.
  • Wann sollte ich ein Gewerbe für Krypto-Trading anmelden?

    Die Anmeldung eines Gewerbes für Krypto-Trading hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine rechtliche Grauzone besteht derzeit in Deutschland, daher ist es ratsam, professionellen rechtlichen Rat einzuholen. Generell reicht ein hohes Handelsvolumen und häufige Umschichtung allein nicht aus.

Disclaimer: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Philipp Hornung, dem cryptotax.lawyer, entstanden und wurde im Zeitverlauf durch ergänzende fachliche Einordnungen von Maximilian Klein, Steuerberater und Inhaber der Steuerberatungskanzlei Klein, erweitert. Er beruht auf dem aktuellen Kenntnisstand der Gesetzgebung sowie der derzeitigen Verwaltungsauffassung und Rechtsprechung, ersetzt jedoch keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung in Sonderfällen und dient ausschließlich als allgemeine Informationsgrundlage. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.