Während die Krypto-Branche größtenteils kaum Schlagzeilen wegen Streitigkeiten macht, kommt es in DeFi schon öfter mal zu einem verbalen Schlagabtausch. So auch jüngst zwischen Yearn Finance (YFI) Gründer Andre Cronje und dem Growth Lead bei UniSwap (UNI), Ashleigh Schap.

Schlechte Luft im Sektor rundum Decentralized Finance (DeFi)? Nun, zumindest hagelt es Kritik. Der Growth Lead von UniSwap (UNI), Ashleigh Schap, kritisierte jüngst einen Artikel von Yearn Finance (YFI) Gründer Andre Cronje. In dem Artikel übte Cronje Kritik an Forks im DeFi-Space.

Das Spaßige an der Geschichte? YFI und SushiSwap (SUSHI) taten sich im Dezember 2020 zusammen. Und wie bekannt ist, ist SushiSwap am Ende nichts anderes, als eine Fork von UniSwap. Eben eine solche Fork, die Andre Cronje jüngst kritisierte.

Yearn Finance (YFI) Gründer kritisiert Forks im DeFi-Space

Da ist der Gründer von YFI wohl erneut in ein Fettnäpfchen getreten. Am 12. Januar 2021 veröffentlichte Andre Cronje einen Artikel mit der Headline „Building in DeFi sucks“. Darin ließ sich Cronje unter anderem über Forks im DeFi-Space aus.

Ich kann ein überragendes Produkt entwickeln, aber ein Wettbewerber forked einfach meinen Code. Dazu noch ein Token, der unendlich minted und schon hat der Wettbewerber die doppelte Anzahl an Nutzern in einer Woche.

Exakt dieses Szenario trat damals auch auf, als SushiSwap durch eine Fork von UniSwap entstand. Ende August 2020 wurden so durch einen Token, gepaart mit lukrativem Yield Farming Angebot, rund 1 Mrd. USD an Liquidität von UniSwap abgesaugt. Legitime Kritik? Womöglich ja, aber nicht unbedingt aus der Feder von Andre Cronje.

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SushiSwap ist nur eine Fork von UniSwap

Wir schreiben den Dezember 2020. Yearn Finance (YFI) – gegründet von Andre Cronje – tut sich mit SushiSwap (SUSHI) zusammen. Und jetzt will sich ausgerechnet der Cronje über Forks im DeFi-Space beschweren? Das will der Growth Lead von UniSwap (UNI), Ashleigh Schap, so nicht stehen lassen.

Eine deiner Beschwerden ist, dass jeder deine Arbeit stehlen kann. Und doch wählte YFI als Partner Sushi. Wenn eine legitime DApp eine gestohlene DApp validiert, dann ermutigt diese DApp nur noch mehr zu dieser Art von Verhalten.

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Schap griff zu Twitter und machte seinem Unmut Luft. Klar, dass daraufhin in der Community eine wilde Debatte über legitime und nicht legitime DApps entstand. Und die Meinungen diesbezüglich gehen dabei weit auseinander. Die einen sehen die bloße Kopie von Code als Verbrechen, andere als gerechtfertigt.

So zum Beispiel auch FTX-Gründer Sam Bankman Fried, welcher SushiSwap eine Zeit lang anführte.

Das mag harsch klingen, aber ich glaube daran. UniSwap hatte lange genug Zeit, um irgendetwas mit ihrem Produkt zu tun. Sie hatten diese Zeit nicht genutzt. SushiSwap hat keinen Code in Echtzeit kopiert [und gestohlen]. [Der Code] war praktisch freigegeben für die Öffentlichkeit.

Schlusswort

Am Ende konnte sich aber UniSwap ja dann doch als größte dezentrale Exchange (DEX) durchsetzen. Doch auch SushiSwap kann sich weiter behaupten. Und wir persönlich glauben fest daran, dass beide Projekte, kopierter Code oder nicht, miteinander existieren können und auch sollten.

Yearn Finance (YFI) auf der anderen Seite baut seine Machtstellung in DeFi weiter aus. Im Jahr 2020 absorbierte das Projekt von Andre Cronje sieben populäre DeFi-Protokolle. Darunter SushiSwap, DeriSwap, Cream Finance, Cover Protocol, Akropolis, Bounce Finance und Pickle Finance.