Was ist Chainlink? – Das steckt hinter dem Top-Performer LINK

Chainlink (LINK) gehört zu den bekanntesten und größten Projekten in der Cryptowelt. Der zu dem Projekt gehörende ERC-20 Token LINK hat eine aktuelle Marktkapitalisierung von 1.5 Milliarden Dollar und liegt damit vor bekannten Coins wie Stellar Lumens (XLM), Monero (XMR) oder Tron (TRX). Mit diesem Artikel möchten wir eine Basis schaffen und uns den folgenden Fragen widmen:

Seit wann gibt es Chainlink und welches Ziel verfolgt das Projekt? Gibt es bereits Partnerschaften mit anderen Firmen und wer steckt eigentlich hinter Chainlink? Ist der LINK Token ein gutes Investment und wie hat sich sein Kurs in der Vergangenheit entwickelt?

Bevor wir starten, kannst du hier noch einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis des Artikels werfen.

Übersicht: Was ist Chainlink (LINK)?

Chainlink und Oracles: Eine einfache Erklärung

Chainlink ist ein Projekt, welches auf der Ethereum Blockchain aufbaut und als nativen Token LINK, der auf dem ERC-20 Token Standard aufbaut, verwendet. Genauer gesagt handelt es sich bei Chainlink um einen dezentralen Service für Oracles. Einfach gesprochen, besteht die Idee hinter Oracles darin, Daten aus der realen Welt in Smart Contracts zu integrieren. Dies ist notwendig, da eine Blockchain als solche keine externen Daten abgreifen kann und lediglich mit Daten als Input ‚gefüttert‘ werden kann. Chainlink baut also eine Brücke zwischen Daten aus der realen Welt und einer Blockchain. Technischer ausgedrückt handelt es sich bei Chainlink also um eine klassische Middleware-Lösung.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang besser:

Chainlink Oracle Erklärung

Man kann sich das Prinzip hinter Oracles also so vorstellen, als dass sie permanent Daten aus der realen Welt in die Blockchain einspeisen. Vielleicht klingt dies aktuell noch etwas abstrakt, daher benutze ich ein relativ einfaches Beispiel, um dies zu illustrieren:

Oracles ermöglichen externen Daten Zugang zur Blockchain

Zukünftig werden unsere digitalen Geräte immer mehr miteinander vernetzt sein. Wir brauchen daher ein Medium, das es uns ermöglicht, diese Daten auszutauschen und darauf zu reagieren: Oracles.

Oracles können externe Daten, wie beispielsweise die Raumtemperatur aus einem Thermostat oder die aktuellen Wetterkonditionen, weiterleiten. Wie wir wissen sind Smart Contracts intelligente Protokolle, die gewissen Aktionen ausführen können, wenn vorher definierte Bedingungen eintreffen. Einfach gesagt sind Smart Contracts „Wenn-Dann-Funktionen“.

So können wir beispielsweise einen Use Case kreieren, bei dem eine bestimmte Aktion getätigt wird, wenn uns ein Oracle mitteilt, dass die Raumtemperatur unter 15 Grad liegt. Dieses Beispiel ist zugegebenermaßen einfach, aber ich denke, dass man sich dadurch gut vorstellen kann, was ein Oracle ist.

Damit Nutzer nun auch externe Daten zur Verfügung stellen, vergibt das Chainlink Netzwerk dafür Anreize. Diese Daten können nun wiederum im gesamten Netzwerk verteilt werden und andere User können darauf zugreifen. Dadurch entsteht das dezentrale Oracle-Netzwerk. Die Dezentralität wird in der nachfolgenden Grafik nochmals deutlich. Mit ihr resultiert (wie im Allgemeinen bei dezentralen bzw. verteilten System) auch der Vorteil, dass sogenannte Single Point of Failures eliminiert werden:

Chainlink dezentrale Oracles

Der LINK Token und seine ursprüngliche Verteilung

In diesem Abschnitt wollen wir auf zwei Aspekte eingehen: zum Einen wollen wir aufzeigen, für welchen Use Case der LINK Token konzipiert wurde und zum anderen wollen wir näher auf die sogenannte Token-Metrics von Chainlink eingehen, also die Verteilung der Tokens. Letzteres ist insofern relevant, als dass es uns einen Eindruck gibt, wie viel LINK an die Community vergeben wurden und wie viele LINK beim Team geblieben sind.

LINK als Utility Token und Anreiz für Betreiber einer Node

Wie bereits in dem einleitenden Abschnitt erwähnt, handelt es sich bei LINK um einen Utility Token. Genauer gesagt ist LINK dem Whitepaper zufolge ein ERC-223 Token, der auf dem ERC-20 Token Standard aufbaut. Der gedachte Use Case und somit die Verwendung von LINK ist äußerst simpel. So heißt es im Whitepaper:

Das Chainlink Netzwerk verwendet den LINK Token, um die Betreiber einer Chainlink Node zu bezahlen. Diese werden bezahlt für das Beziehen von Daten aus Off-Chain Datenfeeds, die Formatierung der Daten auf ein blockchain-kompatibles lesbares Format, die Bereitstellung von Off-Chain Rechenleistung sowie der Verfügbarkeit, die sie als Betreiber, garantieren.

Kurzum: LINK ist nichts anderes als der Anreizmechanismus für das Betreiben einer Node.

In dieser Hinsicht mag folgende Information noch interessant sein: im Gegensatz zu Projekten wie Tron oder EOS wird LINK permanent auf der Ethereum Blockchain arbeiten. Chainlink plant keinen Umzug auf eine eigene Blockchain. Dies würde keinen Mehrwert mitbringen und ist nicht erforderlich.

Die Token Metrics von LINK im Überblick: 30 Prozent für’s Team

Wie viele LINK gibt es überhaupt und wie sind sie verteilt? – Dieser Frage widmen wir uns in diesem Abschnitt. Das Initial Coin Offering (ICO) für Chainlink bzw. die LINK Token fand im September 2017 statt. Im Rahmen des ICOs wurden 32 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von 350 Millionen LINK eingenommen. Doch wie viele Token gibt es eigentlich in Summe?

In Summe gibt es 1.000.000.000 LINK. Von dieser 1 Milliarden wurden also 35 Prozent im Rahmen des ICOs vergeben. Die übrigens 65 Prozent wurden für andere Zwecke verwendet. Die Aufschlüsselung sieht wie folgt aus:

  • 350 Millionen LINK Token (=35 Prozent) wurden für den Crowdsale verwendet
  • 350 Millionen LINK Token (=35 Prozent) wurden als Puffer für die Betreiber von Chainlink Nodes zurückgehalten. Sie sollen das Ökosystem voranbringen und stärken.
  • 300 Millionen LINK Token (=30 Prozent) verbleiben bei der Firma zur Weiterentwicklung

Die nachfolgende Grafik zeigt nochmals die ursprünglichen Bedingungen für den Token Sale:

Tokenverteilung von LINK

Was man an dieser initialen Verteilung kritisieren kann, ist die Tatsache, dass das Entwicklungsteam 30 Prozent der Token für sich behält. In Anbetracht fehlender Konditionen hinsichtlich Lock-Ups besteht natürlich die Gefahr, dass das Team einen Teil ihrer Tokens bei Kurssteigerungen wieder verkauft und somit liquidiert. Ein Blick in die Vergangenheit hat gezeigt, dass genau dieses Szenario bereits vorkam.

Folgende Grafik, die aus einem Report der Firma Glassnode entnommen wurde, zeigt, dass wohl auch die Entwickler sich über hohe Kurse freuten und diese Chance nutzen.

Tokenverkauf des LINK Teams als Wasserfall Grafik

Nun, da wir wissen wie viele Token dem Team zur Weiterentwicklung des Projekts (und der Befriedigung eigener Bedürfnisse) bereitstehen, wollen wir die Frage klären, wer eigentlich das Team hinter Chainlink ist und welche Partnerschaften das Projekt aufweisen kann.

Das Team und die bestehenden Partnerschaften

Wer steckt eigentlich hinter Chainlink? – Dieser spannenden Frage widmen wir uns jetzt. Um sie zu beantworten, benötigen wir keine tiefgreifende Recherche. Die Antwort hierzu finden wir transparent auf der offiziellen Webseite von Chainlink:

Team von Chainlink in der Übersicht

Ohne zu tief auf das Team eingehen zu wollen, können wir folgendes festhalten: Chainlink besteht aus einem international ausgerichteten Team. Vertreten sind hierbei Menschen aus der ganzen Welt, egal ob Russland, den USA, Europa oder dem asiatischen Raum. Die Menschen dahinter sind keine Anfänger, sondern häufig angesehene Experten mit reichlicher Erfahrung im Bereich Blockchain, Software Engineering oder Business Development. Wer mehr über das Team hinter Chainlink erfahren möchte, kann dies unter folgendem Link (nein, gemeint ist nicht der Token) tun: Klick mich.

Spannender als die reine Frage der Besetzung des Teams ist die Frage nach dem Erfolg des Teams. Welche Partnerschaften konnte Chainlink bereits abschließen und wer nutzt eigentlich den Service?

Chainlink und die Frage der Partnerschaften: Google und Co?

Im vergangenen Jahr machte Chainlink auf sich aufmerksam als es einen Link zu einer Google-Seite postete. In dem referenzierten Blogpost, der vom Google-Entwickler Allen Day verfasst wurde, ging es um den Aufbau einer hybriden Cloud-Lösung, die Googles Cloud über Chainlink als Middleware mit der Ethereum Blockchain und dessen decentralized apps (dApps) verknüpft.

Alley Day beschreibt in diesem Blogpost vor allem den Technologiestack und die damit verbundenen Use Cases. Nachdem dieser Post online ging, vergingen nur wenige Tage bis die Gerüchte einer „Google Partnerschaft“ die Runde machten und der Chainlink Kurs pumpte.

Diesen Mythos möchten wir bereinigen: Google hat keine direkte Partnerschaft mit Chainlink. Vielmehr beschreibt Google ein Szenario, in welchem Chainlink als Middleware hilfreich ist. Keine Frage, es ist eine respektable Leistung, dass Google Chainlink als Medium verwendet und darüber berichtet. Es ist jedoch genauso eine Illusion zu denken, dass Google nun aktiv mit Chainlink zusammenarbeitet oder deren Projekte vorantreibt. So weit, so gut. Verlassen wir das Thema Google.

Weitere Firmen, die aktuell mit Chainlink als Oracle-Provider arbeiten möchten bzw. bereits damit arbeiten, sind SWIFT, Gartner, Binance, Synthetix oder die Web3 Foundation.

Es zeigt sich also, dass das Team bisher ganze Arbeit geleistet hat auch große Namen und Partner in den Ring zu werfen. Eine konkrete Umsetzung steht in vielen Fällen aber noch aus und sollte daher mit Vorsicht genossen werden. Ein großes noch unerwähntes Potenzial bietet sich LINK noch im Decentralized Finance Bereich. Denn hier hat die Vergangenheit gezeigt, dass dezentrale Oracles dringend notwendig sind und so Gefahren von falschen Daten und Hacks verhindert.

Fazit: Lohnt sich Chainlink (LINK) noch?

Ein Blick auf den bisherigen Kursverlauf von LINK zeigt uns, dass frühe Investoren sich bisher über satte Gewinne bei Chainlink freuen konnten. So konnte der Chainlink Kurs sich seit dem ICO am 17. September 2017 bereits von 0,11 USD auf heute 3,84 USD steigern. Das ist eine Steigerung von fast 3600%!

Chainlink Kursverlauf

Der Chart zeigt also, welche Reise LINK bereits hinter sich hat, daraus lässt sich die Zukunft zwar nur schwer ableiten, zeigt, aber auch anhand der Platzierung in den Top 15 aller Kryptowährungen, dass Potenzial in dem Projekt steckt. Hiervon wurde allerdings auch schon einiges abgeschöpft und unter Umständen eingepreist.

Ein Blick auf die On-Chain Daten von Chainlink gibt uns weiteren Aufschluss darüber, ob es sich vielleicht noch lohnen könnte LINK zu kaufen:

LINK On-Chain Daten

Es zeigt sich, dass 79% aller LINK Investoren beim aktuellen Kurs von 3,84 USD „im Geld“ sind, d.h. sie würden bei einem Verkauf einen Gewinn erzielen. Dennoch steht der Chainlink Kurs vor einem neuen Hoch und birgt dadurch auch Gefahren. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich aus einer erfolgreichen Vergangenheit keine erfolgreiche Zukunft ableiten lassen muss.

Risiken und Chancen

Das größte Risiko bei Chainlink bietet nach wie vor die hohe Konzentration an Token Haltern, die sehr viele LINKs halten. Dazu zählt wie oben beschrieben vor allem auch das Team, dass jederzeit seine Tokens abstoßen könnte. Eine große Gefahr für alle, die auf weiter steigende Kurse spekulieren, denn je höher der Kurs, desto höher die Begehrlichkeiten der Whales.

Es zeigt sich also, dass auch bei Chainlink die Token Metrics eine wesentliche Rolle in der Preisentwicklung spielen. Denn so lange die Whales die Füße still halten, ist das Angebot im Umlauf reduziert und eine erhöhte Nachfrage lässt den Kurs schnell in die Höhe schießen. Genauso schnell fällt er aber auch, sollten sich die Großinvestoren oder das Team entscheiden, die Tokens abzustoßen. Investiert also immer mit Bedacht!

Dennoch lässt sich zusammenfassen, dass es bei Chainlink durchaus Potenzial gibt, wenn wir uns Partnerschaften und mögliche Integrationen des Services anschauen. Neben DeFi hängt aber eben auch viel an einem großen „WENN“. Einige der Partnerschaften sind nämlich sicher bereits eingepreist. Nichtsdestotrotz besetzt Chainlink eine klare Nische im Sektor, die zum jetzigen Zeitpunkt konkurrenzlos scheint. Wir werden regelmäßig berichten und euch somit immer auf dem neusten Stand halten.

Wo kann ich Chainlink (LINK) kaufen?

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Was ist Chainlink – wie denkst du über das Potenzial des Projekts & des LINK Tokens?

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[Bildquelle: Shutterstock, CoinMarketCap, Chainlink, Into the Block]

FAQ

Chainlink (LINK) ist auf den meisten gängigen Börsen verfügbar. Wirf einfach einen Blick auf unseren Börsenvergleich und finde den besten Anbieter für dich.

Bisher konnte LINK über 3500% zulegen und ist eine der am besten performenden Coins im Jahr 2019. Ob sich dies 2020 wiederholen kann, lässt sich nur schwer sagen und hängt u.a. von neuen starken Partnerschaften ab.

Chainlink ist kein Scam, also kein Betrug. Dennoch besteht eine gewisse Gefahr durch die Verteilung der Token. Das Team hält und kontrolliert einen Großteil der Token.

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