Tag 57 in der Seitwärtsbewegung im Bitcoin Kurs, die wahlweise als „Akkumulation“ oder aber „Re-Distribution“ bezeichnet wird. Tag 57 der Ungewissheit also, wie der Markt sich weiter entwickeln wird in der zweiten Jahreshälfte 2021. Und die Gerüchteküche kocht, wenig verwunderlich. Nun soll angeblich Apple für schlappe 2,5 Mrd. USD in BTC eingestiegen sein.

Extreme Angst. So zumindest bezeichnet der „Crypto Fear & Greed Index“ das Sentiment im Bitcoin Kurs. Ob extreme Angst hier wirklich zutrifft, sei dahingestellt. Wir bleiben aus charttechnischen Gründen allerdings lieber bei „ängstlich-unsicher“. Klingt treffender und zeichnet direkt ein Bild von der Marktlage, welches wir auch auf den Preischarts entdecken können.

Seit mehr als 55 Tagen bewegt sich der BTC Preis nun schon seitwärts. Unterdessen riechen die Bullen bereits den „Short-Squeeze“, während die Bären den „Long-Squeeze“ fokussieren. Unterdessen macht ein Gerücht die Runde, welches die Marktlage im Alleingang entscheiden könnte: Apple hätte angeblich mit 2,5 Mrd. USD in Bitcoin investiert. Wir haben uns die Marktlage und das Gerücht mal näher angesehen.

Der Bitcoin Kurs – viel seitwärts, wenig Gewissheit

Der Bitcoin Kurs. Als Mittelpunkt der gesamten Kryptomärkte und als Leitwährung einer neuen Generation an digitalen Assets ist es nur nachvollziehbar, dass Marktteilnehmer dem Preisverlauf von BTC am meisten Bedeutung zumessen. Nicht unbedingt rational, aber nachvollziehbar. Und eben dieser Preisverlauf von BTC wirkt zuletzt unentschlossen. Zuletzt bedeutet an dieser Stelle seit mehr als 55 Tagen.

Rein charttechnisch stellt sich die Lage relativ klar dar. Wir befinden uns in einer Preisspanne zwischen ca. 30.000 und 40.000 USD. Dasselbe preisliche Niveau hatten wir schon im Januar/Februar 2021. Wie wir dort gelandet sind? Bärische Divergenzen, ein steigender Keil, Elon Musk, China FUD, mangelndes Interesse durch institutionelle Investoren… es gibt viele Narrative, die für die aktuelle Marktlage angeführt werden.

Doch ganz gleich welches Narrativ, die Lage ist, wie sie ist. Viel wichtiger als der Hergang ist ohnehin die Zukunft. Zumindest für die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer. Und genau hier wird es knifflig! Denn diese Zukunft ist – ganz so wie der Preisverlauf aktuell – von viel Unsicherheit geprägt.

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Laut BlackRock-CEO Larry Fink beispielsweise, spielt Bitcoin und Co. für traditionelle Investoren aktuelle einfach keine tragende Rolle. Das Interesse ist nicht gegeben, weder im Bereich der Altersvorsorge, noch für anderweitige Langzeitinvestitionen. Doch ist BlackRock alleine repräsentativ? Wohl eher kaum. Repräsentativer ist hier die Lage der bestehenden Bitcoin ETFs.

Ungewissheit selbst bei Institutionen

Da wäre einerseits der Bitcoin ETF von 3iQ Corp, dem größten kanadischen Vermögensverwalter im Bereich der digitalen Assets. Und hier sieht das Bild dann in der Tat eher so aus, wie vom BlackRock-CEO beschrieben.

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In der Zeit vom 31. Mai 2021 bis 14. Juli 2021 haben sich die Holdings des QBTC praktisch halbiert. Der Einbruch ist sichtlich drastisch und geht mit dem historischen Abverkauf im Mai und der zweiten Kapitulation Ende Juni 2021 einher. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen im Purpose Bitcoin ETF (BTCC).

Denn hier sehen wir einen relativ stabilen Anstieg der Holdings, was dann ja auch für Interesse an Exposure in Bitcoin über dieses Finanzprodukt spricht. Unentschlossenheit, Unsicherheit. Hinzu kommt das Narrativ der US-amerikanischen und Europäischen Zentralbank über „vorübergehende Inflation“, was traditionelle Anleger wieder mehr in Richtung Fiatwährungen treibt, anstelle von Wertspeichern wie BTC oder Gold.

Apple mit 2,5 Mrd. USD Investment in Bitcoin?

Doch die Ungewissheit im Bitcoin Kurs hört nicht mit Institutionen und Zentralbank-Geschichten auf. Ganz im Gegenteil! Denn die Gerüchteküche kocht, nachdem auf Twitter verbreitet wurde, Apple hätte für ca. 2,5 Mrd. USD in BTC investiert. Offizielle Bestätigungen blieben seit 09. Juli 2021 aus. Doch das Gerücht hält sich hartnäckig und schaffte es sogar die britische The Sun.

Wahrscheinlich hatte das Gerücht auch eher als Scherz begonnen. Doch das ängstlich-unsichere Sentiment macht hungrig nach positiven Meldungen. Nach irgendwelchen Impulsen, die so stark sind, dass endlich wieder Euphorie und Gier zurückkehrt. Nach einer Starthilfe für den „Up only“-Motor. Und in der Tat: Apple mit 2,5 Mrd. USD in Bitcoin wäre eine solche Starthilfe.

Die nächsten Quartalszahlen von Apple kommen übrigens am 27. Juli 2021. Das hat das Unternehmen bestätigt. Ob sich darin der Kauf von BTC im Gegenwert von 2,5 Mrd. USD finden wird, ist fraglich. Apple hätte wenig Incentivierung so einen Schritt jetzt zu gehen. Auch wenn zuletzt Stellenangebote auftauchten, die explizit Erfahrungen mit „alternativen Zahlungsmöglichkeiten“ beinhalteten.

„Bitcoin ist das aufregendste mathematische Wunder.“

Dann wären da auch noch die Aussagen des Mitbegründers von Apple, Steve Wozniak. Dieser hält nämlich viel von der ersten und größten dezentralen Kryptowährungen, aber will dennoch nicht investieren. Und bei Apple hat Wozniak auch nichts mehr zu melden. Was auch immer der Hintergrund des „Apple kauft für 2,5 Mrd. USD Bitcoin“-Gerüchts ist, das Gerücht scheint auf fragilem Fundament zu stehen.

Langzeitaussichten für Bitcoin bleiben weiter bullisch

Niemand weiß, wie der Markt sich in der Zukunft verhalten wird und welche Preise wir morgen, am Ende der Woche, am Ende des Monats oder gar Ende des Jahres sehen werden. Die Ungewissheit ist die einzige Gewissheit, aktuell. Aufgrund vieler Daten (vor allem fundamentale On-Chain Daten) tendieren wir aber dazu, dass wir hier eine Akkumulation sehen, was dann bullisch enden sollte.

Falls nicht? Dann bleiben die Langzeitaussichten dennoch weiter bullisch.