Mastercard plant in diesem Jahr mehrere Kryptowährungen als Zahlungsmittel in das eigene Netzwerk zu integrieren. Diese Nachricht kommt nur wenige Tage nach der Ankündigung vom Branchenriesen Visa, der ebenfalls Kryptowährungen in das Zahlungsnetzwerk aufnehmen will.

In der offiziellen Ankündigung von Mastercard wird von einem klaren Trend in Richtung digitale Währungen gesprochen, der nicht mehr zu leugnen ist. Immer mehr Menschen nutzen Kryptowährungen im Alltag und nutzen teils komplizierte Umwege über Krypto-Börsen, um ihre Kryptowährungen in Fiat umzuwandeln.

Mastercard folgt Visa und PayPal – Kryptowährungen für alle

Die Nachricht von Mastercard kam für viele nicht überraschend. Nachdem Visa vor wenigen Tagen ebenfalls seine Pläne für Kryptowährungen veröffentlicht hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis Mastercard nachzieht. PayPal hat im Oktober letzten Jahres den Anfang gemacht und den Handel mit Bitcoin, und 3 weiteren Kryptowährungen für US-Bürger gestartet.

In der offiziellen Ankündigung von Mastercard heißt es:

Was auch immer Ihre Meinung zu Kryptowährungen ist – vom eingefleischten Fanatiker bis hin zum Skeptiker – die Tatsache bleibt, dass diese digitalen Vermögenswerte ein immer wichtigerer Teil der Zahlungswelt werden.

Dieser Schritt soll vor allem Kunden und Händlern maximale Flexibilität bieten, wenn es darum geht das Zahlungsmittel auszuwählen, das sie nutzen wollen. In der Ankündigung heißt es weiter:

Wir sind hier, um Kunden, Händlern und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, digitale Werte zu bewegen – traditionell oder in Krypto – wie auch immer sie wollen. Es sollte ihre Wahl sein, es ist ihr Geld.

Zuvor unterstützte Mastercard begrenzt Kryptowährungen durch seine Kryptokartenpartner Wirex und Uphold. Aber diese Programme decken nur die Zahlung ab, nicht die Abwicklung. Die Coins werden dabei in Fiat-Währung umgewandelt, bevor sie den Händler erreichen.

Händler können also in Zukunft selbst entscheiden, ob sie eine Zahlung mit Kryptowährungen direkt in Fiat umwandeln lassen oder nicht. In der Ankündigung gibt es noch keine Informationen, welche Kryptowährungen es sein werden, die einen Platz beim Zahlungsriesen erhalten.

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Bitcoin nicht dabei?

Mastercard hat aber bereits angekündigt, dass es eine harte Regulierung durchsetzen wird, wenn es um die Auswahl der zu unterstützenden Kryptowährungen geht. Der aktuelle Fokus liegt auf regulierten Stablecoins und CBDC, also digitalen Währungen von Zentralbanken.

In der Ankündigung wird von keiner bestimmten Kryptowährung gesprochen, dennoch wird ein Coin kurz erwähnt – Bitcoin.

Bitcoin wird als das Vehikel für die steigende Aufmerksamkeit und Interesse für digitale Währungen bezeichnet. Daher gibt es die Vermutung, dass BTC erstmal nicht bei Visa integriert wird. Kryptowährungen müssen verschiedene Compliance Kriterien erfüllen, um zugelassen zu werden. Ob Bitcoin diese erfüllt oder nicht, ist aktuell noch nicht geklärt.

Zudem heißt es in der Ankündigung weiter:

Um unser Netzwerk zu erreichen, müssen Krypto-Vermögenswerte die Stabilität bieten, die Menschen zum Ausgeben und nicht zum Investieren brauchen.

Viele der heute 2.600 digitalen Währungen erfüllen diese Anforderungen nicht.

Hier stellt sich nun die Frage, ob es überhaupt so viele Nutzer gibt, die aktuell Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen. Das BTC Mantra ist aktuell „Hodl“. Die meisten Käufer halten Bitcoin, da sie der Meinung sind, dass der Preis pro BTC in Zukunft höher liegen wird als jetzt. Es gibt sozusagen aktuell keinen Grund seine wertvollen BTC an der Kasse auszugeben.

Zudem ist es unklar, ob die aktuelle Bitcoin Kurs-Volatilität ein Problem sein könnte, dass einer möglichen Integration im Weg steht.

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Es führt kein Weg an BTC vorbei

Daher bleibt abzuwarten, ob Mastercard Bitcoin integriert und ob die Kunden und Händler den Service überhaupt nutzen würden. Garantiert ist aktuell nur, dass das Unternehmen CBDC und Stablecoins unterstützen wird.

Mastercard hat bereits im letzten Jahr eine Testplattform für Zentralbanken geschaffen, um die Funktionalität von CBDCs zu überprüfen. Daher kann das Unternehmen bereits auf wertvolle Erfahrungen zurückgreifen, um einen einfacheren Übergang in die Welt der digitalen Währungen zu ermöglichen.

Es geht also erstmal spannend weiter. Nach wie vor ist es unklar, ob Bitcoin seinen Weg über die Plastikkarten von Mastercard finden wird. In allen Fällen ist die Entwicklung positiv für Bitcoin, denn auch durch Mastercard steigt das Interesse weiter sich mit Kryptowährungen zu beschäftigen.

Es gibt keinen Weg an BTC vorbei. Eine Integration würde die Adoption natürlich beflügeln aber langfristig spielt es für den Erfolg von BTC keine große Rolle. Denn der Sinn von Bitcoin ist zentrale Zahlungsdienstleister und Zentralbanken zu eliminieren. Und das ist bereits jetzt möglich, seit über 12 Jahren. Stay tuned!