Nach der Ankündigung von El Salvador, Bitcoin als gesetzlich akzeptierte Währung einzusetzen, hat nun der Internationale Währungsfonds (IWF) reagiert. Ein geplanter Kredit für das mittelamerikanische Land soll nun noch einmal überdacht werden, da der IWF die Einführung von Bitcoin als Währung kritisch betrachtet.

Der Kredit, der mehr als 1 Milliarde USD umfassen sollte, soll nun mit den Vertretern von El Salvador nochmals diskutiert werden. Während einer Pressekonferenz sagte Gerry Rice, Sprecher des IWF, über ein geplantes Treffen mit dem Präsidenten von El Salvador Nayib Bukele:

Die Adoption von Bitcoin als offizielle Währung wirft eine Menge Fragen auf: Sowohl auf makroökonomischer Ebene, als auch finanzielle und rechtliche Fragen erfordern eine sorgfältige Überlegungen. Wir verfolgen die Entwicklungen genau und werden weiter mit den Behörden [in El Salvador] beraten.

Es wird deutlich, dass der IWF der Adoption von Bitcoin kritisch gegenübersteht. Das erscheint auch sehr logisch, ist der IWF doch einer der größten Kreditgeber für Länder, die in Zahlungsschwierigkeiten sind oder sonstige finanzielle Hilfe benötigen. Eine breitere Adoption von Bitcoin steht der Macht und dem Einfluss der Organisation im Weg, denn der IWF setzt natürlich auf Kreditvergabe in US-Dollar.

IWF will strengere Regulation von Bitcoin

Gerry Rice fügte hinzu, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen noch keinen strengen Regulierungen unterliegen und deshalb große Risiken darstellen würden. Er riet dazu, einen besseren gesetzliche Rahmen für Bitcoin und Co. zu schaffen.

Richard Galvin von Digital Asset Management kommentierte die Adoption von BTC in El Salvador wie folgt:

Der Markt wird die Adoption in El Salvador genau verfolgen und sehen, ob andere Länder dem Beispiel folgen. Das könnte ein Schlüsselereignis für Bitcoin in den nächsten zwei bis drei Jahren sein.

Am Montag hatte mit El Salvador das erste Land weltweit angekündigt, den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einzusetzen. Die Entscheidung von Präsident Bukele wurde am Mittwoch im Parlament mit großer Mehrheit bestätigt und soll in 90 Tagen in Kraft treten. BTC würde dann neben dem Colon und dem US-Dollar akzeptiert werden.

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Adoptionswelle aus Südamerika?

In dem armen mittelamerikanischen Land haben viele Bürger keinen Zugang zu Bankkonten, deshalb bietet sich die Adoption von Bitcoin hier besonders an. Das Land würde so einen Schritt der finanziellen Infrastruktur, nämlich den der landesweiten Banken und Geldautomaten, überspringen. Ebenfalls würde die Adoption von BTC es den im Ausland lebenden Bürgern erleichtern, Geld an ihre Familien zu schicken.

Laut dem neuen Gesetz in El Salvador müssen Waren und Dienstleistungen bald mit BTC bezahlbar sein. Der Kurs von BTC wird natürlich weiterhin von Angebot und Nachfrage des globalen Gesamtmarkts bestimmt sein. Es bleibt also spannend. Erst gestern hatte sich auch ein mexikanischer Politiker dafür ausgesprochen, dem Beispiel von El Salvador zu folgen. Kommt da eine Monster Adoptionswelle ins Rollen?