Die Bitcoin Adoption nimmt international weiter Formen an. Nun legalisiert Panama Kryptowährungen und erhofft sich durch ein neues Gesetz einen durchschlagenden Erfolg der digitalen Gelder in der Gesellschaft und ein Wachstum der Kryptobranche.

Panama erlässt Krypto-Gesetz

Vor wenigen Stunden gelang in Panama ein großer Erfolg: das mittelamerikanische Land verabschiedet ein Gesetz, das Kryptowährungen zu legalen Zahlungsmitteln erklärt, so teilt der Abgeordnete Gabriel Silva mit.

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Das Parlament bestätigte das Gesetz bereits mit 40 zu 0 Ja-Stimmen. Lediglich der Staatspräsident Laurentino Cortizo muss noch seine Unterschrift hinterlassen, könnte bei Missfallen aber auch ein Veto einlegen.

Durch eine Nachricht auf Twitter bringt er seine Euphorie zum Ausdruck. Dazu veröffentlicht er ein Video, in dessen Hintergrund das Lied Pump It Up läuft. Das Musikstück erfreut sich in der Krypto-Szene großer Beliebtheit.

Das Krypto-Gesetz ist verabschiedet! Lasst uns Panama zum Innovations- und Technologiezentrum Lateinamerikas machen.

Durch das neue Dekret könne man mehrere Ziele gleichzeitig erreichen. Endlich werde Panama als Industriestandort für die Kryptobranche interessant. Dadurch lassen sich neue Arbeitsstellen schaffen. Doch die Einwohner können noch auf anderen Wegen profitieren.

Über 50 Prozent der Bevölkerung Panamas verfügen nicht über ein Bankkonto!

So verlautbart Silva in einem Interview. Die Landesbewohner haben nun einen viel besseren Zugang, um an der digitalen Ökonomie teilzunehmen. Der Politiker hofft auf eine stark wachsende finanzielle Inklusion.

Nebenbei spricht er an, dass die Attraktivität des Landes für eine bestimmte Zielgruppe an Touristen zunimmt. In El Salvador stieg die Zahl der Touristen um ganze 30 Prozent, nachdem das Land als erster Staat überhaupt den Bitcoin zur offiziellen Währung erklärte.

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El Salvador eröffnet durch Einnahmen mit Bitcoin die erste öffentliche Tierklinik des Landes – Chivo Pets. Seit Januar existiert bereits ein neues Tierschutzgesetz.

Bislang ist El Salvador höchstwahrscheinlich der unangefochtene Spitzenreiter in Sachen Krypto-Tourismus. Mit Panama tritt ein gefährlicher Mitstreiter auf den Plan.

Werden Bitcoin und Co. zum Zahlungsmittel in Panama?

Die Bitcoin-Adoption gewinnt zuletzt stark an Schwung. Im März erklärte die schweizerische Stadt Lugano unter anderem BTC zum offiziellen Zahlungsmittel. Anfang April teilten die autonomen Regionen Prospera und Madeira mit, die Mutter aller Kryptos als Währung einzuführen.

Zuletzt konnte die Zentralafrikanische Republik (ZAR) durch die gleiche Mitteilung überraschen. Die Hinwendung des gering besiedelten afrikanischen Landes kam unerwartet, konnte die hiesigen Politiker jedoch vollkommen überzeugen.

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Mit der Zentralafrikanischen Republik legalisiert ein weiterer Staat Bitcoin. Gesetzliches Zahlungsmittel wird es hingegen noch nicht.

Nach El Salvador und der ZAR wäre Panama der dritte Gesamtstaat der Erde, der den Bitcoin ganz offiziell zur Währung macht. Dazu kommt es jedoch nicht – jedenfalls rein formell nicht.

Offenkundig ist allerdings, dass Panama Kryptowährungen als Instrument für den eigenen Wohlstand sieht und die digitalen Wertanlagen daher ganz konkret fördern möchte. Das neue Gesetz bemühte sich um einen möglichst großen Umfang.

Dem Namen “Gesetz zur Regelung des Handels und der Verwendung von Krypto-Assets, der Ausgabe von digitalen Werten, der Tokenisierung von Edelmetallen und anderen Gütern, der Zahlungssysteme und anderen Bestimmungen” wird es gerecht.

Kapitalertragssteuern auf Kryptowährungen sind in Panama fortan komplett ausgeschlossen. Krypto-Gewinne werden als Einkommen aus ausländischen Quellen behandelt. Die Verwendung von Kryptowährungen ist als Teil der Vertrags- und Währungsfreiheit zulässig.

Ihre Nutzung sei “frei und ohne Einschränkungen” möglich, jedoch offiziell nur für “zivile oder kommerzielle Transaktionen, die gesetzlich nicht verboten sind.” Kryptowährungen lassen sich selbstverständlich auch im Falle unliebsamer Transaktionen nicht einschränken.

Während in El Salvador jeder Betrieb, dem es möglich ist, den Bitcoin akzeptieren muss, findet diese Entscheidung in Panama also persönlich und vollkommen frei statt. Wie stark die Adoption ohne weitere Anreize voranschreiten wird, bleibt rätselhaft.

Bitcoin Adoption in El Salvador: Bisher kaum Fortschritte
Aktuelle Daten der salvadorianischen Handelskammer beweisen eine geringe Adoption des Bitcoin im Land - trotz vieler Anreize. Zur gleichen Zeit beweist ein europäischer Konflikt, wie eine Breitenadoption ausgelöst wird.

In El Salvador lässt die Bitcoin-Adoption trotz vielzähliger Anreize bisher noch zu wünschen übrig. In beiden Ländern ist der US-Dollar bereits die offizielle (oder de facto) Währung. Panama verfügt mit dem Balboa (PAB) auch über eine eigene nationale Währung.

Panama verweigert Bitcoin als offizielle Währung

Als größte Kryptowährung führte der Bitcoin bislang die Adoption als Staatswährung an. Nur Lugano führte nebenher noch Tether und den LVGA-Token als offizielles Zahlungsmittel ein. Im neuen Krypto-Gesetz Panamas ist jedoch gezielt nicht nur von BTC die Rede.

Eine ganze Reihe an Kryptos findet explizit Erwähnung. Neben dem Bitcoin selbst gehören dazu Ethereum (ETH), XRP, Litecoin (LTC), XDC Network (XDC), Elrond (EGLD), Stellar (XLM), IOTA und Algorand (ALGO).

Das eher unbekannte XDC Network ist eine DeFi-Blockchain, die aktuell den 96. Platz der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung belegt. Die Annahme von Kryptowährungen ist auf die erwähnten Beispiele allerdings nicht beschränkt.

Silva gibt im Interview einen Hinweis darauf, warum das Gesetz nicht ausschließlich dem Bitcoin dient oder jener zur offiziellen Währung wird.

Wir können den Bitcoin nicht einfach etablieren, da das verfassungswidrig wäre und wenn etwas verfassungswidrig ist, kann das Projekt nicht gelingen.

Panama ist eines der wenigen Länder, in dem eine Währungsfreiheit besteht. In dem mittelamerikanischen Land gibt es zwar praktisch eingesetzte Währungen, ein offizieller Status steht jedoch keiner davon zu.

Laut Felipe Echandi, der den Gesetzesvorschlag zusammen mit Gabriel Silva entwickelte, gilt es, die Tradition zu wahren, dass nur Geschäfte im Landesinneren besteuert werden. Demnach sei es undenkbar, Geschäfte, die mit Kryptowährungen im Internet stattfinden, für steuerpflichtig zu erklären.

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