Die Korrelationen von Bitcoin (BTC) zu u.a. S&P 500 oder auch dem Goldpreis sind bekannt. Aussagen von Analysten bzgl. einer Entkopplung halten sich dennoch hartnäckig. Kann der Volatilitätsbericht von Kraken eventuell wichtige Antworten liefern?

Mit einem Preis von über 15.000 USD pro Bitcoin (BTC) darf sich schon mal die Frage gestellt werden, ob die Korrelationen von BTC und den US-Aktienmärkten, Gold und dem US-Dollar selbst überhaupt noch Gültigkeit besitzen. Die Sache ist nur, dass übereinandergelegte Kurse in einem Chart keine Bewertungsgrundlage sind. Und auch On-Chain Daten helfen nicht weiter. Was wir brauchen, um diese Frage zu beantworten, sind langfristige Daten dieser Korrelationen selbst. Und der aktuelle Kraken Volatilitätsbericht für Oktober 2020 liefert genau diese Daten.

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Der Oktober war ein interessanter Monat für Bitcoin

Neben vielen interessanten Daten liefert der monatliche Kraken Volatilitätsbericht auch immer wieder spannende Insights zu den Korrelationen des Bitcoin Kurs. Und davon gibt es schließlich einige: S&P 500, Gold und US-Dollar, vorwiegend. Analysten behaupten in letzter Zeit immer wieder, dass eine Entkopplung des BTC zu diesen traditionellen Märkten stattfindet. Die Daten, die diese Analysten bisher lieferten scheinen aber alles andere als überzeugend. Ein Blick in den vorliegenden Bericht der Krypto Börse Kraken allerdings, liefert da schon deutlich mehr Substanz.

Quelle: Kraken

Doch bevor wir uns den Korrelationen widmen, nur schnell ein paar Fakten zum vergangenen Oktober 2020:

    • 13.809 USD markierten im Oktober die beste Monatsperformance seit April 2020 und ein 33-Monatshoch. Oktober war auch das 10. Monat seit der Geburt der ersten, dezentralen Kryptowährung, in der oberhalb von 10.000 USD abgeschlossen wurde.
    • Trotz der bullischen Preisbewegungen sank die Volatilität auf ein 19-Monatstief (35,5 %). Das ist der schärfste Rückgang der Volatilität im Bitcoin Kurs seit April 2020.
    • Trotz des scharfen Anstiegs blieb das Tradingvolumen im Spot Handel praktisch unverändert bei 36,8 Mrd. USD.
    • Lesetipp: Bitcoin On-Chain: Glassnode Report KW 45/2020

Korrelation zwischen BTC und SPX nimmt ab

In Sachen Korrelation fangen wir am besten mit dem S&P 500 (SPX) an. Die Korrelation zwischen BTC und SPX erreichte am 16. Oktober 2020 – laut Angaben von Kraken – ein 7-Wochenhoch bei 0,86. Bis zum 30. Oktober 2020 fiel diese Korrelation auf ein Jahrestief bei -0,34! Auf einem Chart dargestellt markiert der Oktober dieses Jahres also den ersten Monat seit April 2020, in welchem die Korrelation keinen neuen Höchststand mehr schaffte. Dafür aber den zweiten Monat in Folge, der einen neuen Tiefststand produzierte.

Quelle: Kraken

Vor Oktober 2020 kam es zu einem praktischen identischen Trend der Volatilität im Bitcoin Kurs und im Kurs des S&P 500. In der Tat könnte durch die Entwicklungen des vergangenen Monats festgehalten werden, dass wir den möglichen Beginn einer Entkopplung sehen. Und dies würde zudem zu den teils drastischen Unterschiedenen in der Preisentwicklung beider Kurse passen.

Die größte Kryptowährung der Welt interessiert sich scheinbar nicht mehr für Gold und USD

Bei der Korrelation zwischen Bitcoin und Gold sind die Indizien für eine beginnende Entkopplung der größten Kryptowährung der Welt von traditionellen Assets noch deutlicher. Die Korrelation sank im Oktober 2020 auf -0,22, dem niedrigsten Stand seit 20. Juli 2020. Dieser abrupte Abriss der Korrelation folgt einer 3-monatigen, positiven Korrelation.

 

Die Korrelation zwischen BTC und USD erreichte Ende Oktober sogar ein 2-Monatstief bei -0,80. Das ist jedoch weniger verwunderlich, denn der US-Dollar litt an starken Stabilitätsproblemen, die wohl weiter zunehmen könnten.

Fazit zur Entkopplung des Bitcoin

Am Ende können wir nur festhalten, dass das ein oder andere Monat mit abnehmenden Korrelationen noch nicht ausreicht, um eine Entkopplung zu verkünden. In der Tat scheinen sich aber Anzeichen einer solchen Entkopplung zu zeigen. Die kommenden Monate müssen nun diese Anzeichen bestätigen. Fakt ist aber, dass Bitcoin (BTC) mit einer zunehmend negativen Korrelation zu traditionellen Assets eine noch bessere Alternative für Investitionen auf der globalen Bühne darstellt, als ohnehin schon. Und diese negative Korrelation bescheinigt der Kraken Volatilitätsbericht eindrucksvoll.