Sind Bitcoin und Co. schädlich für Entwicklungsländer? Davon ist der Direktor der indischen Zentralbank überzeugt. Obwohl Kryptos in schwachen Ökonomien bereits starke Verwendung finden, zweifelt der Bänker an einem Vorteil für Indien.

Bitcoin in Entwicklungsländern eine Gefahr?

In einem Interview äußerte sich Shaktikanta Das, Direktor der indischen Zentralbank, über verschiedene Fragen der Wirtschaft – so auch über den Bitcoin und weitere Kryptowährungen.

Dass Zentralbanken für Krypto nur wenige Sympathien empfinden, ist längst bekannt. Die Argumentation des indischen Bänkers unterscheidet sich von der bekannten Argumentationsweise hingegen schon.

Das ist überzeugt: Kryptowährungen seien für Entwicklungs- und Schwellenländer schädlich. Nur die bereits etablierten Industrieländer seien in der Lage, zu profitieren. So sagt er:

„Das ist keine gute Sache für unsere Wirtschaft. Da alle Kryptowährungen im Großen und Ganzen in US-Dollar denominiert sind, wird dies für Schwellenländer wie Indien nicht von Vorteil sein. Sie könnten für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften von Vorteil sein.“

Allerdings ist bekannt, dass Nutzer aus Ländern mit schwachen Fiatwährungen immer öfter zu den Kryptowährungen fliehen – etwa in Argentinien oder Venezuela. Auch in Nigeria erfreuen sich die digitalen Wertanlagen großer Beliebtheit.

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Indische Zentralbank warnt wiederholt vor Krypto

Indiens Position gegenüber Kryptowährungen ist bisher unklar. International gilt Indien als eines der aussichtsreichsten Länder für die Nutzung von Bitcoin und Co, doch die Behörden des Landes nehmen offenbar zunehmend eine feindliche Position ein – obwohl man ein Verbot erst Ende 2021 ablehnte.

Eine Kapitalertragssteuer von belastenden 28 Prozent belegt die Haltung der Behörden gegenüber den Kryptos wohl eindrucksvoll. Die indische Kryptobranche beklagt die Zustände im Land und befürchtet eine massenhafte Abwanderung der Branche aus Indien.

Zentralbankdirektor Das zeigt sich unterdessen unapologetisch. Seine Behörde warnte die Landesbewohner wiederholt vor Kryptowährungen. Besonders Stablecoins machte man als Bedrohung aus, da diese zu einer ungewollten Dollarisierung führen könnten – eine Einschätzung, welche das indische Währungsgremium des Parlaments teilt.
Ich hoffe, dass viele Menschen die Warnsignale und die von der Zentralbank geäußerten Bedenken zur Kenntnis genommen und nicht in Kryptowährungen investiert haben.

Schließlich äußert Das auch noch prinzipielle Kritik an Krypto – die digitalen Währungen seien immerhin sinnlos. Eine Einschätzung, welche staatliche Einrichtungen auch hierzulande gern verlauten.

Der Preis von etwas, das gar keine Basis hat, wird nicht immer hoch bleiben. Es sind die kleinen Investoren, die Geld verlieren. Sie tragen die hohen Risiken.
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Auch weitere Risiken bestünden durch zunehmende Krypto-Adoption:

„Krypto kann eine Menge Instabilität bringen – auf den Bankensektor oder durch das Potenzial, für Geldwäsche und illegale Transaktionen zu dienen.“

Laut globalem Krypto-Index gibt es in Indien bereits rund 101 Millionen Krypto-Anleger. Zum Vergleich: In Deutschland sind es etwas über zwei Millionen. Gemessen an der Einwohnerzahl entspricht das 7,30 und 2,62 Prozent.

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