Nobelpreisgewinner Paul Krugman hat es wieder getan: In einer Reihe von Tweets äußerte er sich am Mittwoch über den Wert und die Zukunftsaussichten von Bitcoin. Schon häufiger hatte sich der Wirtschaftsprofessor kritisch gegenüber Bitcoin und dem Konzept von Kryptowährungen gezeigt. Dieses mal sagte er jedoch, dass Bitcoin seiner Meinung nach einem „Kult“ gleiche und eine starke Anhängerschaft habe. 

Paul Krugman hatte sich schon 2018 kritisch gegenüber Bitcoin gezeigt und dabei vor allem auf die fehlende Anwendbarkeit der Kryptowährung verwiesen. Seiner Meinung hat Bitcoin keinen eigenen Wert, außer dem der Spekulation der Menschen, die in Bitcoin investieren. Dazu verglich er Bitcoin mit Gold und dem US-Dollar.

Gold hat seiner Meinung eine 5000 Jahre alte Geschichte als Wertspeicher, und man kann aus Gold auch andere wertvolle Dinge herstellen, wie zum Beispiel Schmuck. Beim US-Dollar hätte man dagegen die Sicherheit, ihn für jegliches Geschäft nutzen zu können und das eine mächtige Regierung, den Wert dieser Währung sicher, wenn nötig mit Waffengewalt.

Bitcoin im Vergleich mit Gold und US-Dollar

Seiner Meinung nach kann so der Wert des US-Dollars nicht einfach wie eine Blase platzen, wenn viele Menschen den Glauben an die Währung verlieren. Paul Krugman lässt dabei unerwähnt, dass eine Hyperinflation in Deutschland schon zwei mal weitreichende negative Folgen für die Gesellschaft hatte, obwohl die damalige Mark natürlich von der Regierung gesichert war.

Diese Punkte der Wertsicherung und Stabilität sieht Krugman bei Bitcoin nicht. Nun ist er zumindest ein bisschen von dieser Meinung abgerückt. In seinen neusten Äußerungen zu Bitcoin ist er zwar immer noch sehr kritisch, gesteht aber ein, dass er die Zukunft von Bitcoin nicht vorhersagen kann. Wörtlich sagte Krugman in einer Reihe von Tweets:

BTC ist keine neue Innovation, es gibt ihn seit 2009, und in all dieser Zeit hat niemand einen legalen Nutzen dafür gefunden. Es ist weder ein praktisches Tauschmittel, kein stabiler Wertspeicher und definitiv auch keine Recheneinheit.

 

Auf diese sehr kritische Betrachtung folgt jedoch eine Äußerung, die als eigene Antwort auf diese Kritik gelten könnte. Laut Krugman basiert der Wert von Bitcoin „auf der Vorstellung, einen technologisch weit entwickelten, sicheren Hafen bei dem unausweichlichen Verfall von FIAT-Geld darzustellen.“ Damit liefert Krugman einen wichtigen Punkt und macht damit möglicherweise unabsichtlich Werbung für Bitcoin.

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Bitcoin als Absicherung gegen Verfall von Fiat-Geld

Innerhalb des letzten Jahres hat sowohl die FED als auch die EZB die Gelddruckmaschinen heiß laufen lassen. Das dieser Prozess mittelfristig zur Geldentwertung führen wird und damit auch zu höheren Inflationsraten und Preissteigerungen, erkennen auch Menschen ohne Wirtschaftsstudium.

Paul Krugman beendet seine Reihe an Tweets mit folgender Aussage:

Ich habe es aufgegeben, den Verfall von Bitcoin vorherzusagen. Es scheinen immer neue Gruppen an Gläubigen zu kommen. Vielleicht sollte man Bitcoin wie einen Kult verstehen, der auf unbestimmte Zeit überleben wird.

Wenn man sich den Preisverfall und die harten Kursbewegungen in den letzten Tagen anschaut, könnte man vielleicht dieser Meinung zustimmen. Allerdings sind allein in den letzten beiden Jahren so viele Schritte in Richtung Massenadoption von Bitcoin und Krypto insgesamt unternommen worden, dass es schwierig erscheint, Bitcoin nur einen Kult zu nennen.