Bitcoin im Bann der Institutionellen – Wie Grayscale für zusätzliche Verknappung sorgt

Bitcoin hat sich über die letzten Jahre zu einem relevanten Finanzprodukt entwickelt, auch wenn einige Banken das nicht wahrhaben wollen. Dabei kommt das Interesse nach Bitcoin nicht nur von privaten kleinen Anlegern oder Menschen aus Ländern mit einer hyperinflationären Nationalwährung, sondern mittlerweile auch von großen Vermögensverwaltern wie z.B. Grayscale. Dabei handelt es sich um den aktuell wohl größten Vermögensverwalter für Bitcoin, der aktuell ca. 354.340 BTC für seine Investoren bereit hält. Das sind umgerechnet 1,92% aller verfügbaren Bitcoins.

In den letzten Tagen wurde viel darüber berichtet, dass Grayscale mittlerweile mehr BTC aufkauft, als produziert werden kann. Somit würde der Vermögensverwalter das gesamte Angebot an neu erschaffenen Bitcoins aufkaufen und das Angebot auf den verschiedenen Märkten extrem verknappen. Da sich die Nachrichtenlage in Bezug auf die Käufe von Grayscale ziemlich stark unterscheidet, wollen wir nochmal einen Blick auf die tatsächlichen Zahlen von Grayscale werfen.

Kauft Grayscale alle neuen Bitcoins auf?

Grayscale Investments ist ein Tochterunternehmen der Digital Currency Group und verwaltet für seine Kunden nicht nur Bitcoin, sondern Ethereum und weitere digitale Währungen. Dabei nimmt der sogenannte Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) den Großteil am Portfolio vom Vermögensverwalter ein. Insgesamt verwaltet Grayscale aktuell ein Vermögen von 3,7 Milliarden US-Dollar in digitalen Assets. Davon entfallen 3,3 Milliarden US-Dollar auf GBTC.

 

Im letzten Quartalsbericht (Q1 2020) von Grayscale hat das Unternehmen interessante Informationen veröffentlicht, die auf ein starkes Wachstum hinsichtlich der Nachfrage nach Bitcoin seitens institutioneller Investoren hindeuten. In den ersten 3 Monaten flossen im Durchschnitt wöchentlich 29,9 Millionen US-Dollar in den Bitcoin Trust. Dabei wurden 88% dieser Investments von institutionellen Investoren getätigt, welche wiederum von Hedge Funds dominiert sind.

Auf der offiziellen Seite vom Grayscale Bitcoin Trust lassen sich in Echtzeit Informationen über den aktuellen Bestand einsehen. Das Unternehmen zeigt hier zwar nicht seine Wallets, wo die BTC gehalten werden, gibt aber an wie viele Anteile am GBTC vorhanden sind und wie viele Bitcoins auf pro Share (Anteil) entfallen. Aktuell gibt es insgesamt 368.532.600 Anteile, die jeweils 0.00096149 BTC repräsentieren. Daraus ergibt sich eine Anzahl von umgerechnet 354.340 BTC (zum Zeitpunkt 29.05.20).

Im Mai hat Grayscale insgesamt 31.078 BTC gekauft

Um nun herauszufinden, wie stark sich die Menge der BTCs erhöht hat, die Grayscale hält, reicht ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Ein Reddit Nutzer hat es sich zur Arbeit gemacht die Veränderung der offiziellen Bitcoin Bestände vom Vermögensverwalter zu beobachten. Dadurch kann man genau bestimmen, wie viele Bitcoins Grayscale in einem bestimmten Zeitraum gekauft hat.

Demnach hat das Unternehmen am 1. Mai 2020 insgesamt 323.262 BTC gehalten. Am 17. Mai waren es schon 343.954 BTC. Heute stehen wir bereits bei 354.340 BTC. Somit hat sich in den letzten 29 Tagen der Bestand um 31.078 BTC erhöht. Das ist eine Steigerung von umgerechnet 8,77% innerhalb eines Monats.

Somit haben wir nun alle nötigen Informationen zusammen, um genau zu bestimmen, wie viel Grayscale aktuell tatsächlich von den neu entstehenden Bitcoins kauft. Hierbei ist es aber wichtig, dass sich in dem aktuellen Bemessungszeitraum das dritte Bitcoin Halving abgespielt hat und sich damit auch die Zufuhr an neuen Bitcoins halbiert hat. Vor dem Halving wurden ca. 1.800 BTC pro Tag produziert. Nach dem Halving nur noch 900 BTC. Das Halving fand am 11. Mai statt.

Insgesamt 86,3% aller neugeschaffenen BTC wurden vom Unternehmen im Mai aufgekauft

Das bedeutet also, dass vom 1. bis zum 11. Mai insgesamt ca. 19.800 neue Bitcoins entstanden sind. Ab dem 12. Mai bis heute weitere 16.200 BTC. Insgesamt wurden also in diesem Zeitraum ca. 36.000 BTC produziert. Im gleichen Zeitraum hat sich der Bestand von Grayscale um 31.078 BTC erhöht. Somit hat das Unternehmen ca. 86,3% aller neu entstandenen Bitcoins aufgekauft, rein rechnerisch.

Dieser Fakt ist extrem bullish. Dennoch stellt es nur eine Momentaufnahme dar, die zwar für den aktuellen Monat gilt aber nicht unbedingt in Zukunft so fortgesetzt werden muss. Nichtsdestotrotz zeigt Grayscale über 12 Monate hinaus ein starkes Wachstum, welches nicht abzunehmen scheint. Ein finales Resümee können wir aber erst ziehen, wenn die offiziellen Daten von Grayscale im nächsten Quartalsbericht veröffentlicht werden.

Bitcoins Knappheit kennt keine Grenzen

Das Angebot von Bitcoin ist auf 21 Millionen BTC begrenzt und es gibt keine Möglichkeit diese einprogrammierte Grenze zu erhöhen. Zwar ist es theoretisch machbar aber das würde die Grundidee von BTC zerstören und es wohl direkt wertlos machen. Daher ist nicht davon auszugehen, dass es jemals zu einem einheitlichen Konsensus kommt die maximale Menge zu erhöhen.

Aktuell ist Bitcoin ungefähr so knapp/hart wie Gold. Die Produktionsrate ist genauso wie die maximale Anzahl fest einprogrammiert und wird alle 210.000 Blöcke (alle 4 Jahre) halbiert. Dadurch fällt das Angebot an neuen Bitcoins und macht es somit noch knapper. Bei der nächsten Halbierung im Jahr 2024 wird Bitcoin offiziell knapper sein als Gold und sich somit von seinen Grundeigenschaften zur Wertaufbewahrung besser eignen.

Dazu kommt, dass viele Investoren bereits BTC besitzen und diese langfristig halten. Das zeigt uns der UTXO Age Distribution Chart deutlich. Auf diesem Chart können wir ganz klar erkennen, wann jeder Bitcoin das letzte Mal bewegt wurde. Insgesamt wurden 63% aller in Umlauf befindlichen Bitcoins mehr als 1 Jahr nicht mehr bewegt. Das zeugt nicht nur von einer starken Überzeugung der Investor, sondern reduziert das verfügbare Angebot auf den Märkten zusätzlich.

Fazit

Zusammenfassend können wir festhalten, dass institutionelle Investoren immer mehr Interesse an Bitcoin als Finanzprodukt zeigen. Grayscale ist nur die Spitze des Eisbergs und es werden sicherlich weitere Vermögensverwalter folgen. Das würde das verfügbare Angebot weiter verknappen und theoretisch zu einem Nachfrageüberhang führen, der wiederum in einem Preisanstieg resultieren könnte.

Dazu kommen noch viele private Investoren, die entweder bereits in Bitcoin investiert sind oder in Zukunft investieren werden. Das Interesse scheint auch von privater Seite nachhaltig zu steigen. Das liegt vor allem an der verbesserten Infrastruktur und vereinfachten Zugängen.

Die Angebotsseite sieht zudem mehr als dürftig aus. Es gibt noch kaum jemanden, der aktuell seine Bitcoins verkauft. Die wichtigste Rolle spielen aktuell die Miner, die teilweise ihre BTC verkaufen müssen, um ihre Produktionskosten zu decken. Wenn aber bereits ein Player wie Grayscale einen beträchtlichen Anteil von diesen neu geschaffenen Bitcoins aufkauft, bleibt nicht mehr viel übrig.

Wenn sich also weiterhin das Interesse in positive Richtung bewegen sollte, dann führt es zwangsweise zu einer höheren Nachfrage, die einem stetig fallenden Angebot gegenübersteht. Da Angebot und Nachfrage den Preis von Bitcoin bestimmen, wäre das Resultat ein langfristig steigender Preis.

Wie wird sich das Interesse nach Bitcoin aus institutioneller Richtung in den nächsten Monaten entwickeln? Komm in unseren Chat und diskutiere mit uns!

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