Am vergangenen Montag sprach der Vorsitzende der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, über Bitcoin und andere Kryptowährungen. Es machte deutlich, dass die digitalen Währungen ein erhebliches Verlustrisiko mit sich bringen und eher ein Ersatz für Gold wären, als für den US-Dollar.

Die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) nennt Kryptowährungen gerne „Krypto-Assets“. Denn Bitcoin und Co. sind laut dem Vorsitzenden Jerome Powell derart volatil, dass die Eigenschaft eines Wertspeichers – eine Basiseigenschaft von Währungen – verloren ginge.

Stattdessen seien Kryptowährungen eher ein „Ersatz für Gold“, aufgrund der „spekulativen Natur“ dieser digitalen Assets. Doch es sollte nicht nur um Bitcoin und Co. gehen. Powell nahm auch Stellung zu einem digitalen US-Dollar, zu Stablecoins wie z.B. Tether (USDT) und weiteren Themen.

Bitcoin ist kein Wertspeicher, der US-Dollar aber schon?

Wir kennen es ja schon. Regierungs- oder Zentralbankchefs feuern gegen Bitcoin und andere Kryptowährungen. Drogengeld, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Terrorfinanzierung, irgendwas fällt diesen hochrangigen Personen immer ein. Jerome Powell, Vorsitzender der US-amerikanischen Zentralbank Fed, ist hierbei keine Ausnahme.

Den Zentralbankchef interessieren aber keine kriminellen Machenschaften. Powell streitet Bitcoin und Co. stattdessen gleich die Eigenschaft als Geld zu fungieren ab. Denn weder würde ein stabiler Wertspeicher zustande kommen, wegen der viel zu hohen Volatilität, noch wären Kryptowährungen in irgendeiner Form ein massentaugliches Zahlungsmittel.

Sie [Kryptowährungen] sind hochvolatil, schauen wir nur mal auf Bitcoin. Und deshalb sind sie auch nicht tauglich als Wertspeicher. [BTC und Co.] sind deshalb eher ein Ersatz für Gold, nicht für den US-Dollar.

Powell führte aus, dass die Basiseigenschaften von Währungen u.a. diesen Werterhalt beinhalten würden. Ohne darauf näher eingehen zu wollen: Die wertspeichernde Eigenschaft von Fiatwährungen darf aus historischen und gegebenen Anlässen durchaus angezweifelt werden.

Jedenfalls spricht die Fed in den USA deshalb auch nicht von Kryptowährungen, sondern von „Krypto-Assets“. Diese Bezeichnung soll die spekulative Natur der digitalen Assets hervorheben. Jerome Powell jedenfalls ist der Meinung, dass Bitcoin und Co. ein hohes Verlustrisiko für die Öffentlichkeit hätten.

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Private Stablecoins sollen in den USA strengstens reguliert werden

Weiter äußerte sich der Vorsitzende der US-amerikanischen Zentralbank auch über Stablecoins, wie z.B. Tether (USDT). Seiner Meinung nach müssten diese privaten Währungen strengstens reguliert werden.

Die potenzielle Massenadoption eines globalen Stablecoins, potenziell sogar eine globale Währung, einzig und alleine kontrolliert durch die Incentivierungen eines Privatunternehmens, sollten und werden die strengsten Regulationen erhalten.

Private Stablecoins würden demnach „niemals“ ein passender Ersatz für Fiatwährungen sein, welche auf einem „funktionierenden Geldsystem basierend auf den Zentralbanken“ aufbauen. Noch so eine Aussage, auf die wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchten.

Fed sieht sich im Rennen um CBDC nicht gezwungen, schnell zu agieren

Dafür wollte Jerome Powell auf noch mehr Themen eingehen. Unter anderem die Aussichten für einen digitalen US-Dollar. Vor allem durch die Fortschritte bzgl. Central Bank Digital Currency (CBDC) in China sehen viele Beobachter die USA im Zugzwang, wenn es um eine digitale Landeswährung kontrolliert durch die Zentralbank geht.

Doch Powell sieht das anders. Er führte aus, dass digitale Landeswährungen a) kein Ersatz für Bargeld sind und b) die ganzen Vorteile auch mit Nachteilen einhergehen würden. Daher müsste die Entscheidung hin zu CBDC sorgfältig durchdacht sein und eben nicht durch externe Faktoren beeinflusst.

Wir sind nicht an dem Punkt, an dem wir eine Entscheidung darüber fällen wollen. Wir experimentieren mit verschiedenen Technologien, sehen uns aber auch nicht im Zugzwang. Wir müssen nicht die Ersten auf dem Markt sein.

Weiterhin führte der Zentralbankchef aus, dass die Fed in Sachen digitaler US-Dollar nicht ohne die Unterstützung des US-Kongresses mit der Einführung eines digitalen USD starten würde. Zumal der Punkt der Herausgabe wohl noch entfernt liegen dürfte. Aus den USA sind bisweilen keine Pilotprogramme mit CBDC bekannt.

Abschließend betonte Jerome Powell noch, dass die monetären Rahmenbedingungen seitens der Zentralbank unverändert blieben. Der Leitzins bleibt also weiterhin nahe null und die Fed wird auch weiterhin jeden Monat ca. 120 Mrd. USD in das US-Bankensystem pumpen.

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Schlusswort: Chance für Bitcoin

Während Bitcoin und Co. also kein Wertspeicher seien, soll der US-Dollar in seiner Papier- und Münzform auch weiterhin die erste Geige spielen, wenn es nach dem Willen der Fed in den USA ginge. Selbst ein digitaler US-Dollar sollte nämlich die dominanteste Währung der Welt nicht ersetzen, sondern nur lediglich ergänzen.

In Sachen Kryptowährungen und Stablecoins sieht Powell lediglich Gefahren, anstatt Chancen. Denn Bitcoin sei zu volatil und Stablecoins kontrolliert durch Privatunternehmen sollen strengstens reguliert werden. Dabei gilt es abzuwarten, inwieweit wir 2021 solcherlei Regulationen schon sehen werden.