Am Freitag hat der neue Chef der US-Börsenaufsicht SEC, Gary Gensler, sich in einem Interview bei CNBC zu Bitcoin, Kryptowährungen, sowie deren Regulierung geäußert. Er sagte, dass Bitcoin alle Eigenschaften eines Wertspeichers erfülle, stellte jedoch dabei klar, dass viele andere Kryptowährungen diese Titel nicht verdienen.

In dem vielbeachteten Interview sagte Gary Genlser, der erst seit dem 17. April die US-Börsenaufsicht leitet, dass Bitcoin einen Wertspeicher darstellt, obwohl er teilweise eine starke Volatilität besitzt. Doch gerade diese Volatilität scheint gleichzeitig viele Investoren in den Markt zu ziehen. Gensler ist als „krypto-freundlich“ bekannt und seine Nominierung zum Chef der Aufsichtsbehörde wurde in der Krypto-Szene mit Spannung verfolgt.

„Bitcoin ist eine eigene Anlageklasse“

Besonders interessant ist, dass Gary Gensler deutlich machte, wie er sich persönlich zu Bitcoin positioniert. Besonders die Eigenschaft von Bitcoin, ein digitales knappes Gut darzustellen, sowie in den meisten Fällen unabhängig von sonstigem Marktgeschehen zu sein, klassifiziert Bitcoin in den Augen von Gensler als eigene Anlageklasse.

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Gensler, der in seiner früherem Leben unter anderem Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) war, gab an den renommierten amerikanischen Universität Kurse zu Blockchain, Kryptowährungen und deren politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. In dem erwähnten Interview äußerte Gensler sich auch zu anderen Kryptowährungen.

„Bitcoin hat eine Sonderstellung“

Nach seiner Meinung besitzen die meisten anderen Kryptowährungen eher Eigenschaften von Wertpapieren, und sollten demnach der Aufsicht seiner Behörde unterliegen. Er sprach dabei auch den Anlegerschutz beziehungsweise die damit verbundenen Maßnahmen zur Regulierung von diesen Kryptowährungen an. Ihm war es wichtig, andere Kryptowährungen als „Tokens“ zu bezeichnen, und nicht als Währung. Zu Bitcoin sagte der SEC-Chef:

Es ist ein digitaler, rarer Wertspeicher, aber hoch volatil […] Und Investoren wollen handeln, gerade auch wegen der Volatilität oder auch wegen der fehlenden Korrelation zu anderen Märkten. Ich denke, dass wir hier mehr Investorenschutz brauchen.

Die SEC als Aufsichtsbehörde besitzt großen Einfluss auf dem amerikanischen Finanzmarkt und hat damit natürlich auch Signalwirkung auf den globalen Finanzmarkt. Schlagzeilen machte die SEC besonders auch im Rechtstreit mit Ripple. Wenn Gensler von Regulierungen für den Kryptomarkt spricht, greift er damit ein zurzeit allerseits heiß diskutiertes Thema auf:

Das letzte Jahr beziehungsweise besonders die Zeit seit März 2020 mit der Corona Pandemie war nicht nur für Bitcoin und den Kryptomarkt sehr turbulent, sondern auch im klassischen Aktienmarkt gab es epochale Verschiebungen. Gemeint sind damit besonders die massenweise neu in den Markt eingestiegenen privaten Kleininvestoren, die über Social-Trading Plattformen auch einfach am Marktgeschehen teilhaben können.

Schlusswort

Gensler äußerte sich ebenfalls zu sozialen Netzwerke als Treiber in sowieso schon überhitzten Märkten. Mehr Regulierungen im Kryptomarkt würden Marktteilnehmern sicherlich Bauchschmerzen bereiten, die gerade die hohe Volatilität schätzen. In bestimmten Fällen kann Regulierung jedoch auch Rechtssicherheit geben und damit dem Kryptomarkt insgesamt einen noch seriöseren Anstrich verpassen.

Es bleibt abzuwarten, was Gensler in seiner Amtszeit als Chef des SEC durchsetzen kann.