Alfred F. Kelly ist CEO beim Finanzriesen Visa, eines der größten Unternehmen im Bereich der Bezahlkarten sowie der Zahlungsabwicklung. Nun hat sich Kelly in einer Telefonkonferenz des Unternehmens für das erste Quartal 2021 erstaunlich positiv über Bitcoin geäußert und bezeichnete BTC als digitales Gold der Zukunft.

Außerdem verriet er, dass der Zahlungsriese Visa Kryptowährungen in das Zahlungsnetzwerk integrieren könnte, um die technischen Innovationen von Bitcoin (BTC) noch nützlicher, sicherer und anwendbarer für normale Verbrauchen zu machen. In diesem Artikel untersuchen wir, welche Auswirkungen eine solche Integration auf Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt hätte.

Bitcoin Adoption nimmt Fahrt auf: 1140 Mio. potentielle Kunden

Schon jetzt kann man im Visa Zahlungsnetzwerk mit über 160 Währungen bezahlen. Die Kreditkarten eignen sich besonders für den Urlaub und für grenzüberschreitende Zahlungen. Vor allem außerhalb von Deutschland erfreuen sich Kreditkarten in Verbindung mit digitalen Zahlungsdienstleistern wie Apple Pay, Google Pay oder PayPal großer Beliebtheit.

Mit der Integration von Kryptowährungen wie Bitcoin in das Visa Zahlungsnetzwerk wären die Möglichkeiten endlos. Hier würden vor allem normale Verbraucher einen besseren Zugang zu digitalen Währungen erhalten. Während bei PayPal ca. 300 Mio. Kunden einen Zugriff auf Bitcoin und Kryptowährungen erhalten würden, sind es bei VISA deutlich mehr.

Im zweiten Quartal 2020 waren international ca. 1140 Millionen Visa Karten im Umlauf. Wenn alle diese Kunden nun einen einfachen und benutzerfreundlichen Zugang zu Kryptowährungen erhalten, wäre das ein weiterer und großer Schritt für die Bitcoin Adoption.

Visa CEO will mit Börsen und Kryptowährungen zusammenarbeiten

In der vierteljährigen Telefonkonferenz sagte CEO Alfred Kelly, dass er einen partnerschaftlichen Ansatz für die Integrierung von Bitcoin und Kryptowährungen verfolge.

Unsere Strategie besteht darin, mit Wallets und Börsen zusammenzuarbeiten, um es den Nutzern zu ermöglichen, diese Währungen mit ihren Visa-Anmeldedaten zu kaufen oder sich mit den Visa-Anmeldedaten auszahlen zu lassen, um einen Fiat-Kauf bei einem der 70 Millionen Händler zu tätigen, bei denen Visa weltweit akzeptiert wird.

Kelly unterscheidet die verschiedenen Kryptowährungen in zwei Kategorien. Bitcoin, das Wertaufbewahrungsmittel und Stablecoins, die direkt durch bestehende Fiat-Währungen gedeckt sind. Er lies dabei offen, ob auch Kryptowährungen, welche keine Stablecoins sind integriert werden sollen.

Heute haben sich bereits 35 der führenden digitalen Finanzdienstleister und Wallets dazu entschieden mit Visa zusammenzuarbeiten, darunter Crypto.com, BlockFi, Fold und Bitpanda.

Es versteht sich von selbst, dass wenn eine digitale Währung ein anerkanntes Tauschmittel wird, es keinen Grund gibt, warum wir sie nicht zu unserem Netzwerk hinzufügen können, das heute bereits über 160 Währungen unterstützt.

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Bitcoin ist digitales Gold

Der Visa CEO bezeichnete Bitcoin als digitales Gold der Zukunft, welches noch nicht als relevantes Zahlungsmittel verwendet wird – noch nicht. Während einige Finanzinstitute Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen immer noch skeptisch gegenüberstehen, plant Visa sowohl die Blockchain als auch digitale Währungen zu integrieren.

Dabei ist Visa in über 200 Ländern aktiv und möchte eine Vormachtstellung für die Zahlungsabwicklungen behalten. Visa verfolgt in letzter Zeit einen aggressiven Kurs im Bereich der Kryptoadoption, zum Beispiel die Investition in Zap, ein Startup für Kryptozahlungen. Steht vielleicht also auch ein veraltetes Geschäftsmodell auf dem Spiel?

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Fazit: Schiebt sich Visa das trojanische Pferd hinter die eigenen Mauern?

Kryptowährungen sind nur ein Aspekt der weltweit rapide voranschreitenden Digitalisierung. Diesen Megatrend will Visa anscheinend nicht verpassen, während vor allem Bitcoin riesige Sprünge in das traditionelle Finanzsystem macht. Visa hat erkannt, dass Bitcoin in den kommenden Jahren eine große Rolle in der Wandlung der Wirtschaft und der Gesellschaft spielen wird.

Fühlt sich Visa aber auch durch die Entstehung von dezentralen Finanzdienstleistungen und Zahlungsnetzwerke ohne Drittpartei bedroht? Dies bleibt uns zunächst verborgen und wir können nur Vermutungen anstellen. Für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt ist die Meldung mit Sicherheit mehr als positiv einzuordnen!