Während ein neues Gesetz zum 01. Juli 2021 den deutschen Spezialfonds Investitionen in Bitcoin und Co. erlaubt, sicherte sich die Deutsche Börse jüngst die Mehrheit am Schweizer Krypto-Finanzunternehmen Crypto Finance AG. Ein klares Signal zum Expansionswillen der Deutschen Börse in Sachen regulierter Krypto-Finanzdienstleistungen.

Für einen „moderaten dreistelligen Millionenbetrag“ in Schweizer Franken (CHF) sicherte sich die Deutsche Börse laut offiziellen Berichten eine Mehrheit am 2017 gegründeten FinTech-Unternehmen Crypto Finance AG aus der Schweiz. Die Aktiengesellschaft bietet Services rundum den Handel und die Verwahrung von Bitcoin und Co. an.

Der Übernahmedeal soll in Q4/2021 finalisiert werden und bis dahin sollen dann auch alle Details bekannt gegeben werden. Bisweilen braucht es noch die Freigabe der jeweiligen Regulatoren. Es ist aber jetzt schon klar, dass die Deutsche Börse scheinbar ihre eigenen Engagements in Sachen Kryptowährungen ausbauen möchte. Womöglich auch in Hinblick auf ein neues Gesetz zum 01. Juli 2021.

Deutsche Börse übernimmt Schweizer Crypto Finance AG

Die Deutsche Börse scheint in Sachen Bitcoin und Co. laut eigenen Angaben ihre „Engagements“ ausweiten zu wollen. Dies belegt auch die jüngste Übernahme des Schweizer Krypto-FinTech-Unternehmens Crypto Finance AG. Nicht nur sollen so inländische Anreize geschaffen werden, sondern auch die europäische Zone soll zunehmend bespielt werden.

Lesetipp: Deutsche Börse listet Bitcoin ETP auf Xetra – Vorbote eines ETFs?

Crypto Finance ist ein regulierter, digitaler Finanzdienstleister aus der Schweiz und bietet neben dem Handel mit Bitcoin und Co. auch die Verwahrung von Kryptowährungen an. Noch im April 2020 gelang es dabei dem FinTech-Unternehmen ein 14,5 Mio. USD schweres Serie-B-Funding an Land zu ziehen. Diese Gelder kamen hauptsächlich durch asiatische und Schweizer Investoren zustande.

Bitcoin und Co. für deutsche Spezialfonds

Was sich die Deutsche Börse aber wohl auch zunutze machen möchte, ist die Expertise von Crypto Finance in Sachen institutionelle Investoren. Denn zum 01. Juli 2021 tritt ein neues Gesetz in Deutschland in Kraft, welches es Spezialfonds ermöglichen wird, bis zu 20 % ihres Kapitals in Bitcoin und Co. zu investieren.

Spezialfonds sind gemäß ihrer Definition im Grunde Investmentfonds, die nicht für die breite Öffentlichkeit konstruiert wurden. Stattdessen handelt es sich um Fonds, die für einzelne oder mehrere institutionelle Investoren kreiert werden. Das Volumen von Spezialfonds ist daher auf mindestens 10 Mio. Euro angesetzt. Gegenwärtig befinden sich zwischen ein und zwei Billionen Euro in Spezialfonds.

Dieses neue Geschäft mit den Kryptowährungen durch institutionelle Investoren scheint sich die Deutsche Börse nicht entgehen lassen zu wollen. Und deshalb erscheint die Übernahme der Schweizer Aktiengesellschaft in diesem Zusammenhang auch nur logisch. Würden – ausgehend von 1 Billion Euro – tatsächlich 20 % in Bitcoin und Co. fließen, wären wir bei einem Sümmchen von 200 Mrd. Euro. Durchaus ein lukratives Marktvolumen.

Weiteres Vorgehen der Deutschen Börse bleibt abzuwarten

Mit noch abzuwartenden Details zur Übernahme von Crypto Finance AG durch die Deutsche Börse und den Auswirkungen der Änderungen zu den möglichen Allokationen von Spezialfonds in Deutschland, bleibt 2021 nicht nur weltweit, sondern spezifisch auch in der deutschen Heimat in Sachen Bitcoin und Co. spannend. Wäre schon wild, wenn der nächste institutionelle Schub für Krypto aus Deutschland käme, oder?