Jack Dorsey, CEO des Kurznachrichtendienstes Twitter und Zahlungsdienstleisters Square, veröffentlichte Pläne für eine neue Open-Source-Entwicklungsplattform, die dezentrale Finanzservices (DeFi) via Bitcoin erschaffen soll. Eine entsprechende Abteilung werde dafür bei Square ins Leben gerufen.

Dass Twitter- und Square-CEO Jack Dorsey ein großer Bitcoin-Befürworter ist, sollte kein Geheimnis sein. Investitionen in BTC durch Square, Unterstützung von BTC via Square, eigene Bitcoin-Wallet in der Mache… und jetzt will der gute Jack neue dezentrale Finanzservices (DeFi) via Bitcoin fördern.

Die Ankündigung für die neue Open-Source-Entwicklungsplattform kam – wie sollte es anders sein – über Twitter. Es solle dabei um den „alleinigen Fokus“ auf dezentrale Finanzservices gehen, ganz im Sinne der ersten und größten dezentralen Kryptowährung also. Entwickler Mike Brock soll dabei die Führung übernehmen.

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Square will an die Spitze der Entwicklungen von dezentralen Finanzservices via Bitcoin

Die Entwicklungsarbeiten an der neuen Open-Source-Entwicklungsplattform werden zwar von einer eigenen Abteilung bei Square koordiniert, aber das Projekt soll ansonsten komplett offen und transparent sein. Dies schließe dann auch den Code, alle Entwicklungsarbeiten und die Roadmap mit ein. Das Projekt selbst scheint auch noch in der frühen Entwicklung zu stecken und hat noch keinen Namen.

„TBD“ steht hierbei für „to be determined“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „muss noch festgelegt werden“. Interessant ist auch, dass Jack Dorsey den „primären Fokus“ des Projekts als Bitcoin benennt und damit potenzielle DeFi-Anwendungen via anderer Netzwerke nicht ausschließt.

Konkurrenz für Ethereum in Sachen Smart Contracts?

Ein Unternehmen wie Square könnte natürlich für ordentlich Adoption sorgen. Vor allem eben in einem Bereich, den die meisten Krypto-Insider aktuell als Schwäche von Bitcoin betrachten: Decentralized Finance (DeFi). Zwar existieren entsprechende Möglichkeiten via Layer-2-Lösungen, doch die Adoption blieb bisher weit im Schatten der großen Smart-Contract-Netzwerke wie bspw. Ethereum.

Und das Bitcoin-Netzwerk selbst unterstützt aktuell auch gar keine Smart Contracts. Es braucht also zwingend Brücken, Sidechains und andere (Layer-2-)Lösungen, um DeFi-Anwendungen überhaupt lauffähig zu machen. Der DeFi-Sektor ist dabei äußerst interessant und nach wie vor stark wachsend. Aktuell beherrscht Ethereum diesen Sektor mehr oder minder im Alleingang.

Während Projekte wie Aave (AAVE) auf Ethereum mal eben mit Gesamtsummen in USD an die 10 Mrd. USD glänzen, steht das Lightning Network (LiFi) mit mageren 58,7 Mio. USD da. Wobei angeführt werden sollte, dass TVL wohl nicht die beste Methode ist, um Lightning mit DeFi-Protokollen auf anderen Netzwerken zu vergleichen.

DeFi auf Bitcoin würde die fundamentale Stärken weiter ausbauen

Jack Dorsey will die Bitcoin-Adoption also weiter fördern und fokussiert dafür als nächsten Schritt DeFi. Das Taproot-Update für Bitcoin – geplant für November 2021 – könnte ihm dafür in die Karten spielen. Denn das ambitionierteste Upgrade für BTC seit Jahren würde auch die Unterstützung von Smart Contracts auf dem Bitcoin-Netzwerk ermöglichen.

Am Ende werden Layer-2-Lösungen aber die einfachere Variante sein. Ob DeFi auf Bitcoin dann die blühende dezentrale Finanzlandschaft auf Ethereum ablösen kann, sei dahingestellt. Mehr Use Case ist in jedem Fall willkommen. Denn damit würden weitere Kritikpunkte an BTC im Vergleich zur „Konkurrenz“ angegangen und entkräftet.