Der neue Bitcoin – Wird BTC in 5 Jahren von diesem Altcoin abgelöst?

Bitcoin soll in wenigen Jahren von einem Altcoin an der Spitze der Marktkapitalisierung abgelöst werden. Das sieht zumindest Nikita Zhavoronkov so, der aktuell Hauptentwickler bei Blockchair ist. Dabei handelt es sich um eine Blockchain Analyse-Plattform, die live On-Chain Daten der wichtigsten Kryptowährungen verfolgt und bereitstellt. In einem mehrteiligen Tweet hat Nikita versucht zu erklären, warum seiner Meinung nach Bitcoin in spätestens 5 Jahren von einem Altcoin abgelöst wird.

Welche Argumente Nikita gebracht hat und ob BTC wirklich vor einer Ablöse durch einen Altcoin steht, erfährst du in diesem Artikel.

Der nächste Bitcoin bereits vor der Tür?

Wer wird der nächste Bitcoin? Diese Frage kursiert im Crypto Space bereits seit vielen Jahren und beschäftigt besonders neue Investoren. Kein Wunder, wenn man die Bitcoin Kurs Performance der letzten Jahre betrachtet. Den Investoren geht es hier aber eher weniger um das Tiefe Verständnis von Bitcoin und was ein Altcoin mitbringen muss, um BTC das Wasser zu reichen, sondern vielmehr um die Chance früh genug bei dem „nächsten Bitcoin“ dabei zu sein.

Die Hauptmotivation ist in der Regel Geld, was auch grundsätzlich nicht verwerflich ist. Dennoch sollte man sich im Detail mit den verschiedenen Projekten, allen voran Bitcoin, beschäftigen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man sein Geld zum Fenster rauswirft und sich an Projekte klammert, die aktuell nur von Hype leben, aber absolut kein langfristiges Fundament bereitstellen. Es steht wohl außer Frage, dass ein hoher Lernaufwand dafür nötig ist, um Bitcoin und Altcoins in der Tiefe zu verstehen, aber es lohnt sich allemal. Vor allem wenn man Geld investiert oder investieren will.

Als ersten Schritt für ein tieferes Verständnis zu Bitcoin empfehlen wir dir unseren „Was ist Bitcoin“ Wissensartikel. Von da aus kannst du dann tiefer graben wenn du magst. Solltest du es lieber kompakt in einem Buch mögen haben wir auch hier zwei Must Reads für dich: Der Bitcoin Standard oder Bitcoin Entdecken.

BTC wird in den nächsten 5 Jahren abgelöst

Kommen wir aber zurück zu Nikitas Tweet. Er startet seinen 20-teiligen Tweet mit dem aktuellen Bitcoin Dominanz Chart. Dabei geht er davon aus, dass Bitcoin nie wieder über 66% an Marktdominanz erreichen wird und wahrscheinlich in den nächsten 5 Jahren von einem Altcoin verdrängt wird.

Ich will in diesem Artikel nicht auf jeden einzelnen seiner Tweets im Detail eingehen, sondern die wichtigsten seiner Argumente mit euch teilen und kurz diskutieren. Er nennt nämlich einige Argumente, die immer wieder auftauchen und dazu genutzt werden, um Bitcoin die Daseinsberechtigung als wichtigste Kryptowährung zu entziehen. Nikita sagt selbst, dass es viele Altcoins gibt, die einfach nur Kopien von BTC oder anderen Altcoins sind und keinerlei Vorteil für den Nutzer bringen.

Seiner Meinung nach ist das Mantra bei Bitcoin, dass alle tollen und nützlichen Features irgendwann in Bitcoin integriert werden können und daher niemand eine andere Kryptowährung braucht. Doch mittlerweile sieht man seiner Meinung nach, dass Bitcoin es nicht geschafft hat, diesem Versprechen gerecht zu werden. Hier einige der wichtigsten Argumente in seiner Tweet-Reihe:

Smart Contracts? Nein. Das zog zusammen mit brillanten Köpfen zu Ethereum. Privacy Funktion? Nein. Das ist nun das Trio Monero-Dash-Zcash. Auch PoS. Meiner Meinung nach hat sich PoW als fehlerhaft erwiesen, als die Miner nicht in der Lage waren, auf eine On-Chain-Skalierung zu drängen.

In einigen Punkten hat er natürlich absolut recht. Wir haben noch keine Smart Contracts auf Bitcoin. Die Privacy bei Bitcoin könnte ebenfalls verbessert werden. Ein Wechsel auf PoS (Proof-of-Stake) wäre aber der reinste Selbstmord. Darauf komme ich aber später noch mal zurück.

Smart Contracts, Privacy und Tradeoffs

Dass es noch keine Smart Contracts auf Bitcoin gibt, liegt in der Natur der Sache. Bitcoin ist wohl einer der einfachsten Konstrukte im Crypto Space. Doch genau das macht Bitcoin so resistent und erhöht den Grad der Dezentralität. Je komplexer die Infrastruktur ist, desto anfälliger ist das System für Fehler. Zudem führt es zu einer stärkeren Zentralisierung, weil die Probleme nicht schnell genug dezentral gelöst werden können. Nikita erkennt hier nicht die Tradeoffs, die man bei Ethereum aktuell eingehen muss. ETH ist in vielerlei Hinsicht BTC unterlegen. Sei es Sicherheit, Dezentralität oder Unveränderbarkeit. Aber ja, in einem Punkt kann Ethereum punkten – es bietet Smart Contracts.

Privacy

Kommen wir nun kurz zu den Privacy Coins. Bei Dash handelt es sich eigentlich um keinen klassischen Privacy Coin wie Monero. Es gibt eine Privacy Funktion beim versenden von DASH, die man nutzen kann aber nicht muss. Hierbei ist es zu vergleichen mit einem integrierten Mixer. Mehrere Transaktionen werden so stark miteinander vermischt, dass der jeweilige Ursprung noch kaum nachvollziehbar ist. So eine Funktion gibt es auch bei Bitcoin z.B. über die Wasabi Wallet. Auch bei DASH gibt es zudem Tradeoffs, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Monero, was eine echte Alternative darstellt, um anonym Transaktionen durchzuführen. Die hohe Anonymität führt aber dazu, dass man nicht die genaue Anzahl an Monero kennt, die sich in Umlauf befinden. Somit könnte es schon lange zu einem Fehler im Code gekommen sein, der zu einer höheren Inflation geführt hat. In anderen Worten: Einer oder mehrere Nutzer könnten eine Möglichkeit gefunden haben, um mehr Monero zu erzeugen, als vorgesehen ist. Auf weitere Tradeoffs bei Monero will ich an dieser Stelle ebenfalls nicht eingehen.

Bitcoin ist bereits über seinen Second Layer – Lightning – höchst anonym und es sollen noch in diesem Jahr weitere Features auf dem Main-Layer kommen, die die Anonymität weiter erhöhen sollen. Demnach gibt es bereits mehrere Möglichkeiten Bitcoins anonym zu versenden.

Bitcoin On-Chain skalieren? Nein, danke!

Einer seiner weiteren Hauptargumente gegen Bitcoin ist die Skalierungsdebatte. Er sagt, dass diese Debatte seit nunmehr 5 Jahren festhängt und es keine funktionierende Möglichkeit gibt, um auf Bitcoin zu skalieren. Dabei sagt er auch, dass der aktuell vielversprechendste Second Layer von Bitcoin – das Lightning Netzwerk – kein wirkliches Problem löst, sondern das reinste Luftschloss sei.

Wer immer noch an der Skalierungsdebatte hängt und sich beschwert, dass Bitcoin On-Chain nicht skaliert, hat das Konstrukt von BTC noch nicht ganz begriffen. Denn jede Veränderung auf dem Main-Layer führt auf der anderen Seite in der Regel zu Verschlechterungen. Meistens leiden dabei Dezentralität und Sicherheit – das bekannte Trilemma.

Zudem bringen Verbesserungen On-Chain nur kurzfristige Erfolge und verschieben das Problem in die Zukunft. Demnach kommen mir nicht drumherum auf eine Second Layer Lösung zu setzten. Das aktuelle Zugpferd ist Lightning. Es funktioniert bereits sehr gut und ich persönliche nutze es fast täglich. Wir sollten an dieser Stelle nicht vergessen, dass es sich bei Lightning um ein komplettes Open-Source Projekt handelt, ohne eigenen Token. Zudem ist das Projekt gerade mal 2 Jahre alt, daher sind Fehler und Probleme nichts was einen abschrecken sollte. Es braucht eben seine Zeit.

Zeit, die man sich nehmen sollte, denn es steht bei BTC viel auf dem Spiel.

Wird Bitcoin von Ethereum abgelöst?

Im Rest seiner Tweet-Reihe geht Nikita darauf ein, dass Bitcoin aktuell nur deswegen an erster Stelle steht, weil es den „First-Mover-Advantage“ genießt. Doch seiner Meinung nach wird sich das in naher Zukunft ändern. Er spricht vor allem davon, dass Ethereum durch den Wechsel auf PoS BTC vom Thron stoßen könnte.

Seiner Meinung nach werden Medien sehr bald Ethereum als eines der wichtigsten Vehikel im digitalen und dezentralen Zeitalter der Öffentlichkeit verkaufen und somit zu einem Run auf ETH führen. Doch damit noch nicht genug, er geht sogar davon aus, dass Bitcoin im Nirvana verschwindet und zu einem Hobby-Projekt wie Litecoin oder Dogecoin wird. Seine originale Aussage will ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten:

Die Medien werden anfangen, über Ethereum zu sprechen, sie werden über den Ethereum-Preis anstelle von Bitcoin berichten. Bitcoin wird augenblicklich zum Narrengold und nimmt seinen Platz in der Nähe von Litecoin und Dogecoin ein. Ein historisches Relikt wie ARPANET, Myspace oder AltaVista.

Es gibt viele spannende Altcoin Projekte. Ob der jeweilige Coin/Token für das eigentliche Geschäftsmodell notwendig ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Doch wer immer noch denkt, dass Bitcoin eine veraltete Technologie hat, viel zu langsam ist und eigentlich kurz davor steht von einem Altcoin abgelöst zu werden, der hat wohl nur an der Oberfläche von Bitcoin gekratzt.

Hinter Bitcoin verbirgt sich viel mehr als es auf den ersten Blick scheinen mag. Dafür muss man sich aber näher mit der allgemeinen Ökonomie, Spieltheorie und Monetären Aspekten von Bitcoin beschäftigen.

Dezentralität und Freiheit haben ihren Preis

Für freies und hartes Geld brauchen wir den höchsten Grad an Dezentralität und ein unternehmens- oder personenunabhängiges Projekt. Wir sollten an dieser Stelle keine Risiken eingehen, denn jeder Fehler würde uns um Jahre zurückwerfen und vielleicht für immer die Chance auf freies Geld verwehren. Daher dauert die Entwicklung bei Bitcoin auch länger als bei anderen Projekten.

Es handelt sich ja um ein bereits seit vielen Jahren funktionierendes Projekt und es erfüllt seinen Usecase so gut wie kein anderes. Zudem hat es schon viele Kinderkrankheiten durchlaufen, die den anderen noch bevorstehen. Vor allem weil andere Projekte im Grundaufbau viel komplexer sind.

Daher wird bei BTC extrem abgewogen, ob eine Veränderung aufgenommen werden soll oder nicht. Es steht viel zu viel auf dem Spiel. Zudem ist es selbsterklärend, dass die Entwicklung langsamer wird, je dezentraler ein Projekt letztendlich ist.

Proof of Work (PoW) vs. Proof of Stake (PoS)

An dieser Stelle will ich kurz auf die Debatte zwischen PoS (Proof of Stake) und PoW (Proof of Work) eingehen. Wusstest du, dass PoW erst nach PoS erfunden wurde? Für Satoshi war damals das Konzept von PoS unzureichend und erst mit der genialen Idee von PoW ist Bitcoin entstanden.

Bei PoW haben wir eine Verbindung in die reale Welt und nutzen die reinste Energie als Sicherheit. Hier müssen ständig Investitionen vorgenommen werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Daher wird sich im Laufe der Zeit die Machtverteilung beim Mining ständig ändern. Auf der anderen Seite haben wir PoS, ein in sich geschlossenes System, welches für immer und ewig die Early Adopter belohnt und ihnen Macht im Netzwerk zuspricht. Sie müssen nichts weiter tun, als sich in die Matte zu legen und für immer Staking Rewards zu kassieren.

Die Machtverhältnisse lassen sich nur dadurch ändern, wenn einer der großen Early Adopter sich entscheidet seinen Stake an jemand anderen zu verkaufen. Die Motivation ist hierbei aber recht gering, da es diesen Personen in der Regel finanziell schon sehr gut geht und es besteht nur ein sehr geringes Interesse seine Macht im Netzwerk aufzugeben. Das Thema Staking ist aber sehr komplex und wird in einem anderen Artikel im Detail nochmals behandelt werden.

Fazit

Zu guter letzt möchte ich mit euch einen Tweet teilen, der die Wichtigkeit von Bitcoin auf den Punkt bringt. Ich hoffe der Artikel hat euch gefallen und ihr fangt an, falls ihr es nicht schon getan habt, euch tiefer und im Detail mit Bitcoin zu beschäftigen. Auf einige Aspekte wie zum Beispiel die Marktdominanz konnte ich an dieser Stelle nicht mehr eingehen, sonst hätte es den bereits sehr üppigen Rahmen noch weiter gesprengt. Das halte ich mir für einen anderen Artikel vor. Stay tuned.

Zum Schluss möchte ich euch noch eine Analyse von uns ans Herz legen, die Bitcoin mit ETFs und Gold im Portfolio vergleicht und beweist, warum BTC eine sinnvolle Investition sein kann: Bitcoin, ETFs und Gold im Vergleich.

[Bildquelle: Shutterstock]

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1 Kommentar

  • Nicole Rostock
    17. Juni , 19:51

    Nicht ganz richtig, den Chris Burniske führt andere Gründe an, die ich eher nachvollziehen kann: https://twitter.com/cburniske/status/1272532591674089472
    Die Argumente von Cactus sind auch ganz interessant.

    Defi inkl. der Großinvestoren werden den Markt inkl. Etherum boosten, wobei XETRA -Listung den BTC eher ausbremsen wird.

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