Mittlerweile sollte die sogenannte „Bitcoin-Hashrate-Migration“ für Kryptonauten kein Fremdwort mehr sein. Der Prozess beschreibt, wie immer mehr Rechenpower des Bitcoin-Netzwerks aus China in andere Länder abwandert. Während im April 2020 noch etwa 65 % der gesamten Hashrate in China ansässig war, wird diese Zahl durch das Verbot des Minings im Reich der Mitte nun deutlich abnehmen.

Warum entscheidet sich China für diesen Schritt? Ist das Mining-Verbot in China dieses Mal ernster zu nehmen? Und warum kann dies am Ende gut für das gesamte Bitcoin-Netzwerk sein? Dieser Artikel soll diese Fragen beantworten und die Details der sogenannten „Bitcoin-Hashrate-Migration“ beleuchten. Also ganz von vorn.

Im Mai 2021 hat die Regierung in Peking angekündigt, strikte Regeln für BTC Miner zu erlassen. Dies wurde vor allem mit zwei Faktoren begründet. Erstens war es der hohe Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining und die dadurch resultierenden Umweltbedenken. Beobachter sahen die strenge Durchsetzung dieses Mining-Verbots aber vor allem in Provinzen, die mit „dreckiger“ Kohle Mining betreiben.

Viele Gründe für das Durchgreifen der Regierung in Peking

Zweitens wollte die chinesische Regierung ihr Volk vor den „Gefahren“ des Kryptomarktes schützen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Natürlich möchte die Regierung in Peking verhindern, dass immer mehr Kapital der eigenen Bürger in für sie nicht kontrollierbare Kanäle läuft. Gerade in einem zentralisierten Staat wie China erscheint dies logisch.

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Bitcoin ist dadurch der natürliche Feind einer jeden Regierung, die über ihre Zentralbanken wirtschaftlichen Einfluss und monetäre Macht auf ihre Bürger ausüben können. In China soll ebenfalls der digitale Yuan eingeführt werden, und dabei möchte die Regierung so wenig Konkurrenz wie möglich.

Bitcoin greift die Macht der Zentralbanken an

Der offizielle Grund, warum nun in China so strikt gegen Bitcoin vorgegangen wird, ist laut Vizepremier Liu He „um resolut gegen die Verbreitung von individuellen Risiken im sozialen Bereich“ vorzugehen. Das hört sich etwas holprig an, gemeint ist wohl vor allem, dass Bürger durch finanzielle Risiken im Kryptomarkt vor dem Ruin bewahrt werden sollen.

Die chinesische Regierung lässt den Aktienmarkt aber weiter so wie er ist – bei allen vorhandenen Risiken!. Dies lässt schon den wahren Grund erkennen, warum Peking nun so hart gegen Bitcoin und Co. vorgeht. Aktien und Fonds werden in US-Dollar, Yuan oder sonstigen staatlichen Währungen gehandelt. Diese Währungen sind alle durch Regierungen kontrolliert – Bitcoin nicht.

Bitcoin Hashrate sinkt – aber kann sich ebenso schnell auch wieder erholen

Das Verbot des Minings und nun das Verbot durch die Zentralbank sind schwere Schläge für den Kryptomarkt in China – aber: Das Mining kann zwar vorerst nicht komplett durch im Ausland stehende Mining-Farmen aufgefangen werden, jedoch ist im Code von Bitcoin auch eine Anpassung des Schweregrads des Minings vorgesehen. So werden die Berechnungen für die neuen Blöcke wieder der aktuellen Mining-Power angepasst.

Ein weiterer Grund für das harte Vorgehen der chinesischen Regierung könnte auch sein, dass diese verhindern will, dass zu viel Kapital durch Kryptowährungen auf Krypto Börsen im Ausland fließt. Ebenfalls wird der hohe Stromverbrauch in China genannt, der das strikte Vorgehen erklären könnte. Wahrscheinlich sind es mehrere Gründe, die das harte Durchgreifen letztlich erklären könnten.

Mehr Dezentralisierung ist letztlich gut für alle

Es wird erwartet, dass ein Großteil der Mining Power in die Krypto-freundlichen Bundesstaaten der USA wie Texas und Wyoming abwandern könnten. Die Miner könnten dort schneller als erwartet die Arbeit aufnehmen, der weltweit super schnellen Logistik sei an dieser Stelle Dank.

Ob es nun die USA sind oder ob andere Staaten die fehlende Rechenpower aufbringen, eins ist sicher: Es ist gut für die weitere Dezentralisierung des Bitcoin-Netzwerkes, was langfristig auf jeden Fall sehr positiv zu sehen ist.

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