Grayscale Investments plant für Mitte Juli 2021 eine Freigabe von mehr als 16.000 BTC im Gegenwert von mehr als 565 Mio. USD zum Zeitpunkt dieses Artikels. Diese periodischen Freigaben sind vollkommen transparent, gehen oftmals mit Volatilität im Bitcoin Kurs einher, könnten aber aufgrund der Vorhersehbarkeit auch gut vom Markt eingepreist werden.

Grayscale Bitcoin Trust (GBTC), Öffnungs- und Schließungsintervalle, Freigaben von Holdings, Premium oder Discount… das alles ist zugegeben verwirrend. Nichtsdestotrotz ist es wichtig die Investmentprodukte von Grayscale zu verstehen! Denn das Investmentunternehmen aus den USA ist der größte institutionelle Besitzer von Bitcoin. Mehr als 650.000 BTC hält das Unternehmen als Deckung der herausgegebenen Anteile am Bitcoin Trust.

Und das Unternehmen hält nicht nur Bitcoin! Erst dieses Jahr wurden wieder neue Trusts gestartet, unter anderem auch für Chainlink (LINK). Insgesamt liegen bei Grayscale zurzeit rund 30 Mrd. in Assets unter Management (AUM). Und Mitte Juli 2021 sollen nun mehr als 16.000 BTC freigegeben werden. Das ist eine Menge und der Bitcoin Kurs könnte dadurch erneut starke Volatilität erfahren.

Grayscale Bitcoin Trust gibt mehr als 16.000 BTC frei

Am 17. Juli 2021 plant Grayscale Investments die Freigabe von insgesamt 16.240 BTC. Diese Menge wird dann den institutionellen Investoren im GBTC zugänglich gemacht und könnte für Verkaufsdruck sorgen. Denn der Preis von Bitcoin lag vor 6 Monaten in der Tat niedriger als heute und demnach ist es eine faire Annahme, dass zumindest ein Teil dieser BTC liquidiert werden wird.

Quelle: Bybt

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Solche periodischen Freigaben sind weder neu, noch unvorhersehbar. Im Gegenteil: die Freigaben sind im Voraus geplant und absolut transparent. Und auch die Menge über 10.000 BTC ist keine Seltenheit, wenngleich die Freigabe zum 17. Juli 2021 die bislang Größte in diesem Jahr darstellen wird. Später dieses Jahr sind bisweilen keine weiteren Freigaben in einer signifikanten Größenordnung im GBTC geplant.

Warum wird überhaupt BTC freigegeben?

Die Frage nach dem „Warum“ erfordert, dass wir den „Premium“ im Grayscale Bitcoin Trust (und den anderen Trusts) verstehen. Der sog. Premium bezeichnet dabei die Differenz im Gesamtwert der Holdings (also z.B. aller gehaltenen BTC) und dem Marktpreis der Holdings (aktueller Preis der Anteile am GBTC zum Beispiel).

Quelle: Glassnode

Der Wert der Holdings ist also der zugrundeliegende Wert, auch „Native Asset Value“ (NAV) genannt. Der Marktpreis der Holdings ist der Wert der einzelnen Anteile am Trust. GBTC ist dabei an der Börse handelbar. Wenn der Marktpreis den NAV-Wert übersteigt, herrscht ein sog. Premium. Ansonsten ist es ein Discount (so wie aktuell).

Wichtig zu wissen ist, dass der Premium von niemandem festgelegt wird. Alleinig der Handel selbst, also Angebot und Nachfrage, bestimmen über Premium oder Discount. Durch periodische Freigaben kann Grayscale aber zumindest spekulativ auf den Premium oder Discount einwirken. Und das geschieht von Zeit zu Zeit.

Institutionelles Interesse an Kryptowährungen gering

Aktuell herrscht im GBTC (und nicht nur in diesem Trust) allerdings eher tote Hose. Denn institutionelle Investoren sind am Discount nur wenig interessiert. Logisch, denn die Anteile am Trust sind weniger Wert, wie der NAV-Wert (Bitcoin). Dass institutionelle Investoren dann aber gar nicht kaufen, stimmt so nicht!

Morgan Stanley bewies Ende April das Gegenteil. Denn am 30. April 2021 wurden – gemäß einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC – insgesamt 28.289 Anteile am GBTC erworben.

Das ist ein gutes Zeichen! Denn institutionelles Interesse in Bitcoin und Co. hat stark nachgelassen und schien zuletzt gemäß diverser On-Chain Daten auch weiterhin gering. Dabei waren es eben jene institutionellen Gelder, welche den bisherigen Bullenmarkt maßgeblich angetrieben hatten.

Bitcoin steht markttechnisch weiterhin an Entscheidungspunkten und institutionelle Nachfrage wird voraussichtlich eine tragende Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen.