Der Bitcoin (BTC) ist seit 3 Tagen das Hauptaugenmerk der Investoren und Trader in den Kryptomärkten. Nur wenige Altcoins können positive Entwicklungen aufweisen, während die Volatilität im BTC/USD Währungspaar anhält. Ob die bullischen Entwicklungen anhalten werden, weiß niemand. Sentiment und marktpsychologische Aspekte zu verstehen, kann uns aber wertvolle Hinweise geben.

Die größte Kryptowährung der Welt wird auch nach 11 Jahren nicht langweilig. Wenngleich ein gewisses Nachlassen der Volatilität im Bitcoin (BTC) durchaus festzustellen ist, die Tage seit dem 02. September 2020 zeigen, dass der BTC noch immer genug Feuer im Kurs hat. Den Ausflug auf zeitweise unter 10.000 US-Dollar meisterte der Bitcoin jedenfalls erstklassig. Und seit positive, fundamentale Impulse das unentschlossene Marktsentiment positiv beeinflussten, steigt der Preis des Bitcoins nun wieder.

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Vorläufige Preisumkehr bei 11.000 USD?

Nun, tatsächlich stieg der Preis des BTC am 17. September 2020 nicht weiter an. Denn der Preis berührte die Widerstandszone bei 11.000 USD am vorherigen 16. September 2020. In unserem jüngsten Artikel zur >Bitcoin Dominanz (BTCD) gingen wir davon aus, dass die Bären sich bei 11.400 USD positioniert haben. Offenbar setzte der Verkaufsdruck aber schon bei der psychologisch wichtigen Kursmarke von 11.000 USD ein. Dem Anstieg der letzten 3 Tage wurde so ein Dämpfer verpasst. Der Tagesschluss vom 16. September 2020 lag demnach bei 10.971 USD.

Am 17. September präsentierte sich der Bitcoin im Minus mit -0,78 % zum Zeitpunkt dieses Artikels. Nichtsdestotrotz konnte die symbolische Marke von 200 Mrd. USD an Marktkapitalisierung überschritten werden. Das schafft Freude bei den Marktteilnehmern und löst Zuversicht aus. Demnach könnten wir annehmen, dass der überwiegende Teil der Marktteilnehmer davon ausgeht, dass der Kurs weiter steigt. Doch solche Annahmen sollten genauer unter die Lupe genommen werden.

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Sentiment erkennen mithilfe von Indikatoren

Es ist nämlich gar nicht mal so leicht, das Sentiment oder gar genaue marktpsychologische Begebenheiten festzustellen. Es gibt keinen verlässlichen Indikator, wie z.B. für Momentum oder auch Volumen. Auch hilft uns weder fundamentale, noch technische Analyse. Denn beide Analysemethoden lassen den Menschen und seine Emotionen größtenteils außer Acht. Es gibt aber den sog. Crypto Fear & Greed Index für Bitcoin. Dieser steht aktuell bei „Neutral“, was einen weiteren Preiszuwachs ermöglicht.

Der Index wird durch eine gewichtete Anzahl an Daten errechnet. Volatilität, Momentum/Volumen, Social Media, Umfrageergebnisse, Dominanz und Google Suchvolumen fließen so mit ein. Insgesamt eine tolle Sache, aber als alleiniger Indikator ein wenig dünn. Immerhin lassen sich durch die verwendeten Datenquellen nicht alle Marktteilnehmer erfassen.

Der Relative Strength Index (RSI) ist ein weiterer Hinweisgeber. Der RSI Indikator setzt die bullischen und bärischen Bewegungen eines Preises über die Zeit in Relation. Viele Analysten wollen daraus auch Sentiments erkennen können. So gilt ein Wert von über 50 als bullisch, während unter 50 als bärisch gesehen wird.

Oberhalb von 70 gelten Kurse dann als überkauft, unterhalb von 30 als überverkauft. Häufig ist dann eine Preisumkehr als Folge zu erkennen. Das hat eindeutig psychologische Hintergründe. Denn als populärster Indikator zur technischen Analyse und zum Trading beachten zahllose Trader die Werte dieses Indikators und handeln entsprechend. Deshalb darf sich beim Trading immer gerne gefragt werden: „Was sehen andere Trader auch“, anstatt „Was sehe ich?“

Social Sentiment erkennen und bewerten

Verschiedene Analyseplattformen eignen sich zudem, um Sentiments zu erkennen. LunarCRUSH (@LunarCRUSH) beschäftigt sich beispielsweise mit dem Social Sentiment. Gerade in der Krypto-Branche sind soziale Medien wie z.B. Twitter oder auch YouTube wichtige Plattformen zum Austausch von Nutzern. Darunter auch aktive Marktteilnehmer. Zudem beeinflussen hier sog. Influencer das Sentiment, gewollt oder auch nicht.

Auf der Grafik wird ersichtlich, dass bullische Posts in den sozialen Medien, die bärischen Posts übersteigen. Das bestätigt die Annahme eines positiven Sentiments bzgl. des Bitcoins. Auch liefert der Galaxy Score in Relation zum Preisverlauf eine schnelle Marktübersicht:

Die lange Reise bis zum Allzeithoch

Zudem müssen wir versuchen zu verstehen, wohin es denn eigentlich auf lange Sicht mit dem Bitcoin (BTC) gehen soll. Vom aktuellen Stand aus gilt es zunächst 11.000, danach 11.400 USD zu durchbrechen. 12.000 USD ist dann Kernwiderstandszone darüber. Eigentlich brauchen wir aber einen höheren Preis als 13.800 USD, um dieses Hoch aus dem Juni 2019 zu überbieten und den Kurs zum Allzeithoch bei über 19.000 USD antreten zu können.

Seit August 2019 konnte der Bitcoin die 12.000 USD Widerstandszone nicht mehr nachhaltig durchbrechen. Es scheint also logisch, dass die Versuche im August 2020 an dieser Kursmarke mit entsprechender Skepsis beobachtet wurden. Es herrschte Zweifel unter den Marktteilnehmern. Aber auch Furcht vor einem erneuten Absturz. Wir sehen das gut im obigen Wochenchart und dem niedrigen Volumen der letzten Ausbruchsversuche über 12.000 USD.

Vergleichen wir dieses Volumen nun mit dem Volumen aus 2019, dann erkennen wir, dass die Marktteilnehmer damals weitaus überzeugter waren. Es herrschte viel mehr Enthusiasmus und Optimismus, als das Hoch bei über 13.700 USD erreicht wurde.

Zusammenfassung zum Sentiment im Bitcoin Markt

Insgesamt scheint der Bitcoin Markt gegenwärtig positiv. Sowohl aus der Sicht der fundamentalen, als auch der technischen Analyse und aus marktpsychologischer Sicht. Es wird aber auch deutlich, dass der Preis des BTC noch mehr Überzeugungskraft zu leisten hat, ehe es endgültig zum Höhenflug kommen könnte. Der Krypto-Winter nach der Euphorie und der Gier aus 2017 steckt vielen noch zu frisch im Gedächtnis.

Die dargelegten Erkenntnisse, Funde und Signale sind keineswegs eine kohärente, komplette marktpsychologische Analyse. Was wir aber erreichen wollten, ist ein tieferer Einblick in die Komplexität des Marktes. Und auch in die Wirkung von Emotionen und sich daraus ergebenden psychologischen Konsequenzen hinsichtlich des Verhaltens der Marktteilnehmer und somit schlussendlich auch den sich daraus ergebenden Preisbewegungen.

Auch wollten wir ein wenig Einblick geben in die Möglichkeiten, das Sentiment an den Märkten überhaupt zu erfassen. Wir hoffen, dass wir dieses Ziel erreichen konnten und bleiben für euch selbstverständlich an den Entwicklungen rund um den Bitcoin dran.