Die Aptos-Blockchain startet, doch die Tokenomics des Projekts sind kritisch. Auch sonst gibt es Verwerfungen. Einzelne Nutzer vermuten eine bewusste Vertuschung von Details. Die Entwickler des Projekts steckten hinter Facebooks gescheitertem Megaprojekt Diem. APT ähnelt einem Rebranding.

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Aptos Blockchain startet: Was steckt dahinter?

Aptos (APT) ist eine neue Kryptowährung, welche neue Standards in der Kryptobranche setzen möchte. Das Projekt ist als Smart Contract Plattform ein weiterer Kandidat, der im wachsenden DeFi-Sektor mitspielen möchte.

Zugleich will Aptos aber “die sicherste und produktionsreifeste Blockchain der Welt” sein. Im Wesentlichen war die vorgestern veröffentlichte Kryptowährung bereits seit knapp drei Jahren bekannt. Damals trug sie die Namen Libra und Diem und war ein Projekt des Facebook-Konzerns.

Im Januar stellte das Unternehmen die Entwicklung der Währung ein, da es zu unumstößlichen rechtlichen Problemen kam. Das Entwicklerteam selbst arbeitete jedoch weiter – unter dem Namen Aptos.

Die Programmierer vermuteten bereits im Vorfeld, dass eine Veröffentlichung möglicherweise niemals stattfindet und entwickelten Aptos schon parallel zu Diem.

Mitgründer Mo Shaikh erklärte bereits im Frühjahr, dass die Arbeit auf Basis der ehemaligen Facebook-Währung weitergeht. Den Traum, “eine dezentrale Währung für Milliarden von Menschen” zu bauen, wollte man sich nicht nehmen lassen.

Im Gegensatz zu Diem sei Aptos allerdings unabhängig. Außerdem baut das Projekt auf der Programmiersprache Move, die eigens für Diem erschaffen wurde.

APT Tokenomics gelten als kritisch

Im damaligen Februar nannte Shaikh die Kryptowährung nicht nur dezentral, sondern auch fair. Für einige Krypto-Enthusiasten scheinen diese Bezeichnungen allerdings wenig überzeugend zu wirken.

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Das Problem: Obwohl bereits 130 Millionen Coins zum Start des Mainnets im Umlauf sind, fehlt eine Stellungnahme zu den Tokenomics. Erst Stunden nach der Veröffentlichung reichte Aptos Details zur Verteilung der Versorgung nach.

Krypto-Twitter wertet das Vorgehen als suspekt. Einige Nutzer vermuten sogar, dass Aptos die Angaben gezielt vertuschte, um keine Angriffsfläche zu bieten. Tatsächlich dürfte ein Blick auf die Coin-Verteilung vielen Krypto-Nutzern als vernichtendes Urteil genügen.

Aptos Tokenomics
Die exakte Aufteilung der Aptos Coins. 

51,02 Prozent der Aptos sind der Nutzergemeinschaft zugänglich. 125 Millionen der 510 Millionen APT von Beginn des Mainnets an. Die restliche Umlaufversorgung wird über die nächsten zehn Jahre durch Staking freigegeben.

16,5 Prozent gehen an die Aptos Stiftung. Von diesen 165 Millionen Coins gingen bereits rund 20,1 Millionen Stück an 110.235 Teilnehmer des Testnets. Der Airdrop entspricht einem Anteil von 12,18 Prozent.

19 Prozent der Coins gehen an das Entwicklerstudio Aptos Labs und dessen Berater. Investoren halten 13,48 Prozent. Alle Prozentwerte entsprechen dem Anteil an der Maximalversorgung von einer Milliarde Coins.

Jeder Bruchteil wird erst über die kommenden Jahre freigeschaltet. Nutzergemeinschaft und Stiftung erhalten ihre letzten Coins nach zehn Jahren, während Aptos und Geschäftspartner nur vier Jahre lang warten.

Aptos wird direkt gelistet – Krypto-Börsen sind involviert

Bei Krypto-Börsen wie Binance, FTX oder Coinbase scheint Aptos direkt auf viel Unterstützung gestoßen zu sein. Auf den Branchenriesen lässt sich der Coin längst handeln. Bei Projekten mit ähnlich fehlender Transparenz hätte man zum Start wohl etwas länger gewartet.

Dass die Krypto-Börsen wenig Zeit verstreichen lassen wollen, hängt wohl damit zusammen, dass alle der genannten Vertreter selbst Investoren sind.

Laut Coingecko startet Aptos mit einem Kurs von fast 14 US-Dollar auf den Markt, sinkt bereits um 42 Prozent und wird nun für 7,80 US-Dollar gehandelt. Coinmarketcap gibt das bisherige Allzeithoch hingegen mit 8,55 US-Dollar an.

Wie viel TPS schafft APT?

Auch sonst ist der Start des Projekts holprig gelaufen. Zahlreiche Nutzer beschweren sich über den Durchsatz des Netzwerks. Tatsächlich leistet dieses aktuell weniger als der Bitcoin. Nur fünf Transaktionen pro Sekunde werden abgewickelt.

Laut Mitgründer Shaikh hängt das allerdings mit einer Art Leerlauf zusammen, in der sich das Netzwerk zum Start befand.

Die Zahl wird mit zunehmender Aktivität weiter steigen.

Schreibt er. In seiner finalen Version soll das Projekt 100.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten können. Kritiker sehen den aktuell niedrigen Durchsatz als Beleg für einen Fehler zum Start des Mainnets. Deshalb hätten die Entwickler anschließend den Discord-Server stummgeschaltet. Shaikh erklärt, man nehme damit Betrügern ihre Kunden.

Zu den Kritikern gehört auch der ehemalige Entwickler Paul Fidika, der zu Solana wechselte. Er hält Aptos’ Geschäftsmethoden für hinterlistig. So sei der Proof of Stake Mechanismus etwa “fake”, da dieser zentralisiert sei.

Wo kann man Aptos kaufen?

Aptos ist auf einer Vielzahl großer Krypto-Börsen erhältlich. In unserem Krypto-Börsen-Vergleich schneidet Marktführer Binance mit dem Urteil “sehr gut” ab.

Kryptowährungen mit stark zentralisierter Versorgung bergen ein erhebliches Risiko, da zentrale Anteilseigner den Markt mit Coins fluten können. Bei einer Investition sollte im Fall von Aptos deshalb enorme Vorsicht gelten.

Viele Personen gehen aufgrund des Lock-Up-Mechanismus in wenigen Jahren von einem massiven Dump aus.

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