Nachdem auch in Indien ein komplettes Verbot von Kryptowährungen längere Zeit in der Diskussion war, änderte die Politik ihre Meinung. Ganz freundlich gesinnt sind die Behörden des Landes Bitcoin und Co jedoch immer noch nicht. Nun plant Indien eine Steuer von 30 Prozent auf Kryptowährungen und stellt die digitale Rupie als CBDC in Aussicht.

Indien einst aussichtsreich für Krypto-Szene

Einst hatten mehrere indische Politiker ein komplettes Verbot für Kryptowährungen gefordert. Schon im November 2021 konnten wir schließlich berichten, dass dieses Verbot endgültig vom Tisch ist.

Indien legalisiert Bitcoin und Co: Ende des Krypto-FUD
Ein Krypto-Verbot ist vom Tisch. Indien legalisiert Bitcoin und Co und könnte so zu einem noch wichtigeren Standort werden.

Nicht selten legen Staaten Kehrtwenden ein, sobald ein solches Verbot erst einmal abgeschmettert ist. Zuletzt lässt sich diese Entwicklung in Russland beobachten. Die Hoffnung für ein kryptofreundliches Indien bestand also weiterhin.

Im Sommer 2021 wurde mit CoinDCX erstmals ein indisches Krypto-Unternehmen auf einen Wert von über einer Milliarde US-Dollar geschätzt. Dessen Geschäftsführer Sumit Gupta machte das Potenzial seines Heimatlandes deutlich:

Wir haben eine technisch interessierte Bevölkerung, gute Mobilfunknetze und ein starkes Fundament an Ingenieuren und Entwicklern, welche Einfluss auf die Blockchain-Technologie ausüben können.

Mit CoinSwitch Kuber wird inzwischen auch die zweite indische Krypto-Firma mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet.

Indien entwirft Krypto-Steuer von 30%

Statt sich den neuen Währungen zu öffnen, verfolgen die indischen Behörden jedoch einen restriktiven Plan. Die einstige Hoffnung wird von einem neuen Gesetz zunichte gemacht.

Ab dem ersten April 2023 sollen sämtliche Gewinne beim Handel mit Kryptowährungen mit ganzen 30 Prozent besteuert werden.

Auch wer sein Einkommen in Kryptowährungen erhält, soll diesen vergleichsweise hohen Steuersatz verrichten. Zum Vergleich: Aktien werden lediglich mit 15 Prozent besteuert.

Sonstiges Einkommen wird neben einem Festbetrag mit maximal 30 Prozent besteuert. Das neue Gesetz sieht also vor, den geltenden Höchststeuersatz für Kryptowährungen umzusetzen – ungeachtet der Höhe des Einkommens.

Lakshika Kothari, der Vizepräsident des Router Protocol bleibt dennoch optimistisch.

Ich bin erfreut, unsere Finanzministerin Nirmala Sitharaman über Einkünfte in Krypto sprechen zu hören. Das ist ein historischer Schritt für die Legalisierung von Kryptowährungen in Indien.

Sitharaman war es, die eine entscheidende Rolle in der Schaffung des neuen Gesetzes spielte und Kryptowährungen in Indien damit offensichtlich weniger interessant machen möchte.

Weiter fährt Kothari fort:

Führen wir diese Entwicklung weiter, hat Indien eine Chance, das Zentrum des Web3 Ökosystems zu werden.

Kothari wertet die hohe Steuer also nicht negativ, sondern äußerst positiv. Durch das neue Gesetz werden Kryptowährungen zwar streng besteuert, doch gleichzeitig staatlich anerkannt.

Unternimmt Indien weitere Schritte gegen Kryptowährungen?

Indien beschlagnahmte Kryptowährungen im Wert von fünf Millionen US-Dollar, die durch illegale Geschäfte und Betrug erwirtschaftet wurden. Laut offiziellen Informationen sind fast zehn Millionen Menschen Opfer von Betrugsmaschen in diesem Zusammenhang geworden.

Insgesamt liegt ein Schaden von 162 Millionen US-Dollar vor. Der gesamte Rest konnte von Behörden nicht sichergestellt werden.

Möchte Indien Kryptowährungen wirklich streng besteuern, könnte das Problem fehlenden Zugriffs auch in Zukunft auftreten. Es gibt eine Möglichkeit für den Staat, diese Unzulänglichkeit zu verhindern.

Dazu müsste der Staat eine neue KYC-Regel implementieren, welche die US-amerikanische FinCEN bereits 2020 erdachte.

Die Regel besagt, dass Transaktionen mit Kryptowährungen ab einer bestimmten Höhe meldepflichtig sind. FinCEN schlug vor, dass Privatpersonen Transaktionen über 3.000 US-Dollar an Behörden melden müssen.

Ist das Verbot von Kryptowährungen in Indien nun endgültig vom Tisch?

Diese Idee blieb bislang reine Fiktion. In Indien könnte diese Idee jedoch ein weiteres Gerücht komplementieren. Private Kryptowährungen sollen wohl verboten werden. Genauere Informationen dazu gibt es aber bisher nicht.

Zu einem weiteren Gerücht äußerte sich hingegen Finanzministerin Sitharaman. Offenbar hält sie eine CBDC nicht nur für möglich, sondern auch für förderlich. Der digitalen Ökonomie würde eine digitale Rupie ihrer Einschätzung nach nützen.

Möglicherweise wird die digitale Rupie schon 2022 Realität.

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