In den frühen Morgenstunden des heutigen 24. Juni 2021 brachten die Ethereum-Entwickler die sog. London Hardfork auf das Ropsten-Testnet. Im Upgrade für das ETH-Netzwerk enthalten: EIP-1559 aka potenziell deflationärer Verlauf für die Gesamtmenge an Ether. Am 30. Juni 2021 soll dann planmäßig der Launch auf dem Goerli-Testnet stattfinden. Der Mainnet-Launch der Hardfork ist für Juli 2021 vorgesehen.

Einer der führenden Entwickler von Ethereum (ETH) Tim Beiko, verkündete in den frühen Morgenstunden des heutigen 24. Juni 2021, dass der erste Block mit der neuen London Hardfork auf dem Ropsten-Testnet geschaffen wurde. Das nächste Upgrade für das ETH-Netzwerk ist nun also in der Testphase und wird für den geplanten Mainnet-Launch im Juli 2021 vorbereitet.

Mit inbegriffen ist das „Ethereum Improvement Proposal“ EIP-1559 und damit eine signifikante Änderung in der Kalkulation der Transaktionskosten via ETH-Netzwerk. Anders als angenommen, wird es aber bei EIP-1559 nicht zu einer signifikanten Reduktion der Transaktionskosten kommen. Vielmehr werden diese Kosten besser „vorhersehbar“ durch eine „Basisgebühr“, die dann verbrannt wird.

London Hardfork mit EIP-1559 startet auf dem Ropsten-Testnet für Ethereum

Moment mal! Die Basisgebühren für eine Transaktion via Ethereum werden künftig verbrannt? Ja, ganz genau. Das hat direkte Auswirkungen auf die Gesamtumlaufmenge an Ether (potenziell deflationär) und auch auf die Einnahmen der ETH-Miner. Für den Nutzer selbst werden sich aber laut dem Ethereum-Entwicklungsunternehmen ConsenSys die Kosten nicht maßgeblich ändern.

[Eine Reduktion der Transaktionskosten] ist nicht die Intention des EIP. Als Nebeneffekt von besser vorhersehbaren Transaktionsgebühren könnte EIP-1559 zu einer Reduktion der Gas-Preise führen, wenn wir annehmen, dass Nutzer künftig aufgrund der besseren Vorhersehbarkeit weniger „überbezahlen“.

Was EIP-1559 vorsieht, ist die Einführung einer diskreten „Basisgebühr“, die in allen Transaktionen für den nächsten Block enthalten sein muss. Nutzer und Applikationen können aber weiterhin für eine Priorisierung ihrer Transaktionen sorgen, indem sie ein „Trinkgeld“  für die ETH-Miner oben drauflegen. Und das wird wohl auch weiterhin der Fall sein. Dazu aber später mehr.

Potenziell deflationär heißt nicht garantiert deflationär

Die Basisgebühr wird sich zudem dynamisch anpassen, je nachdem, wie voll der nächste Block ist. Das soll DeFi-Applikationen, Wallet-Anbietern und Protokollen erlauben eine akkuratere Transaktionsgebühr für die Nutzer anzubieten. Die Basisgebühr landet dann aber nicht bei den ETH-Minern! Die Gebühr wird zukünftig verbrannt werden und damit wird Ethereum aktiv aus dem Umlauf genommen.

Quelle: Twitter

Daher kommt dann auch das Narrativ eines potenziell deflationären Verlaufs von ETH. Wobei „potenziell“ nicht bedeutet, dass es einen deflationären Verlauf geben wird oder muss! Potenziell bedeutet hier lediglich, dass es zeitweise oder gar dauerhaft dazu kommen könnte. Wer sich eine Übersicht über die aktuellen Mengen an verbranntem ETH via Ropsten-Testnet machen will, der schaut gerne mal bei WatchTheBurn vorbei.

Sind die ETH-Miner mit EIP-1559 die großen Verlierer?

ETH-Miner werden weiterhin die Block Rewards und die „Trinkgelder“ einstreichen. Bedeutet EIP-1559 weniger Einnahmen für ETH-Miner? Ja, davon könnte ausgegangen werden. In der Realität muss sich diese Annahme aber erst noch beweisen. Denn unter gewissen Umständen wollen Nutzer höchstwahrscheinlich auch weiterhin sicherstellen, dass ihre Transaktionen priorisiert werden.

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Dafür bedarf es dann der „Überzahlung“, sprich der Bezahlung eines Trinkgeldes. Gerade für professionellere Marktteilnehmer (u.a. in DeFi) – oder wenn es wirklich brenzlig wird – dürften auch weiterhin viele Trinkgelder zustande kommen. Eine signifikante Kapitulation der ETH-Miner durch EIP-1559 ist daher nicht erwartbar. Allerdings wird die Hashrate dieser Miner spätestens mit ETH 2.0 abwandern. Denn dann gilt auf Ethereum der Proof-of-Stake (PoS) Konsensmechanismus und nicht mehr Proof-of-Work (PoW).

Ethereum steht vor spannenden Änderungen

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich EIP-1559 und dessen Auswirkungen auf dem Mainnet verhalten werden. Denn auf den Testnets ist a) weniger Betrieb (faire Annahme) und b) werden keine echten Werte verbrannt. Wir bleiben für euch an der Sache dran und berichten natürlich auch über den späteren Mainnet-Launch für die London Hardfork im Juli 2021.