Ein argentinischer Kongressabgeordneter hat sich dafür ausgesprochen, dass Angestellte ihre Gehälter in Bitcoin und Kryptowährungen erhalten können. Der unabhängige Abgeordnete Jose Luis Ramón sagte, dass sein Gesetzentwurf eine größere Autonomie für die Bürger Argentiniens fördern würde. Südamerikanische Länder und deren Regierungen haben sie in den letzten Monaten besonders offen für die Adoption von Bitcoin und  Co. gezeigt. Die Einzelheiten:
Der Kongressabgeordnete José Luis Ramón stellte am Montag einen Gesetzesentwurf vor, der es Angestellten und Dienstleistern erlauben soll, ihr Gehalt ganz oder teilweise in Bitcoin und Kryptowährungen zu erhalten. Laut Ramón ist die Idee hinter seinem Projekt, dass „Argentinier ihre Autonomie stärken und die Kaufkraft ihrer Vergütung erhalten können.“

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Derzeit leidet der argentinische Peso unter einer jährlichen Inflation von fast 50%. Wörtlich übersetzt erklärte der Abgeordnete Jose Luis Ramón auf seinem Twitter-Account:

Diese Initiative entsteht aus der Notwendigkeit, eine größere Autonomie und Kontrolle des Gehalts zu fördern, ohne dass dies einen Verlust von Rechten bedeutet oder Situationen des Missbrauchs im Rahmen des Arbeitsverhältnisses ausgesetzt ist.

Laut einer von Ramón veröffentlichten Vorschau definiert das Projekt, was Argentinien als Kryptowährungen und andere Begriffe auf dem Kryptomarkt behandelt.

Ab 2019 sind im Ausland tätige Unternehmen aus Argentinien dazu gezwungen, ihr Einkommen in Dollar in argentinische Pesos umzuwandeln. Dazu müssen sie einen von der argentinischen Zentralbank genehmigten Umtauschkanal benutzen, der jedoch einen extrem schlechten Umrechnungskurs hat. So verlieren die Unternehmer viel Geld und Geschäftstätigkeiten werden in dem seit Jahren wirtschaftlich stark in Schieflage liegendem Land noch unattraktiver.

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Ramón will den Wertverlust der Währung und die verlustreichen Auslandsgeschäfte mit der Integration von Kryptowährungen als Bezahlung bekämpfen. Nach seiner Meinung soll sein Projekt
es Unternehmern und Selbstständigen erlauben, die Kaufkraft ihrer Vergütung für Waren und Dienstleistungen zu erhalten. Ebenfalls hat er erklärt, dass letztlich die Arbeitnehmer darüber entscheiden sollen, ob sie die Bezahlung ihres Lohns in einer Kryptowährung wünschen.

Ebenfalls soll, falls dieses Gesetzesvorhaben wirklich umgesetzt werden sollte, der Arbeitgeber die Kosten für die Überweisung von Kryptowährungen tragen. Nach Ramóns Entwurf kann sowohl eine Zahlung in Pesos vereinbart werden als auch eine direkte Zahlung in Kryptowährungen. Nach den neuesten offiziellen Daten betrug die Inflation in Argentinien im Mai 3,3% und kumulierte 21,5% für das Jahr 2021 während die Inflation im Jahresvergleich 48,8% erreichte.

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Hohe Inflationsraten treiben die Menschen in den Kryptomarkt

Wenn man sich diese unglaublich hohen Inflationsraten vorstellt und im Vergleich dazu die wirklich noch sehr moderaten Teuerungsraten in Deutschland, die in den letzten Jahren um die 1,5 bis 2 % lagen, kann man den Hunger von Argentinien auf Kryptowährungen verstehen. Bitcoin mit seinem dezentralen und deflationären Aufbau ist sozusagen genau das Gegenteil einer Währung, dessen Papier und Münzen jedes Jahr weniger wert sind.

Aufgrund der hohen Inflation suchen Argentinier zunehmend nach Alternativen, die sie dann oft in Bitcoin und Co. finden. Da Argentiniern nur erlaubt ist, bis zu 200 US-Dollar pro Monat über offizielle Kanäle zu kaufen, die dann auch noch mit einer zusätzlichen Steuer von 65% über dem offiziellen Kurs belegt ist, erscheint die „Flucht“ zu Krypto mehr als logisch.

Bitwage, eine Plattform, die Fiat in Kryptowährungen umwandelt, verzeichnete im letzten Jahr ein 300%iges Wachstum des monatlichen Transaktionsvolumens von Argentiniern, während die Anzahl der auf der Plattform registrierten Argentinier um 500% stieg.

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Südamerika als Treiber der weltweiten Bitcoin Adoption?

Auch anderen südamerikanische Länder haben sich dieses Jahr besonders offen für Bitcoin und Co. gezeigt, allen voran natürlich El Salvador. In dem Land soll bald Bitcoin als offizielle Währung eingeführt werden. Auch in Paraguay gibt es ähnliche Bestrebungen von Abgeordneten. Das größte Unterhaltungsunternehmen des Landes hatte schon erklärt, Bezahlungen unter anderem in BTC und ETH anzunehmen.

So zeigt sich, dass Bitcoin und Co. gerade für wirtschaftlich angeschlagene Länder ein Weg sein könnte, mit den Problemen wie Inflation und finanzielle Abhängigkeiten vom US-Dollar umzugehen. Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Für die Bitcoin Adoption auf der Welt sind das langfristig positive Signale.