Schnallt Euch an! El Salvador hat Bitcoin zum legalen Zahlungsmittel gemacht und sich damit in Sachen Bitcoin-Adaption an die Spitze katapultiert. Die USA fordert das Land nun auf, die Kryptowährung gut zu regulieren.

In El Salvador steht Bitcoin nun auf Augenhöhe mit dem USD. Selbstverständlich war der Jubel laut und die Bitcoin-Community euphorisch, als Präsident Nayib Bukele den entscheidenden Schritt zur Bitcoin-Adoption ankündigte.

Die US-Regierung scheint darüber allerdings nicht sonderlich begeistert zu sein – schließlich hat El Salvador keine eigene FIAT-Währung und der USD war bislang einziges gesetzliches Zahlungsmittel. Wir haben uns die aktuelle Situation für Euch mal genauer angeschaut!

Ein kurzer Rückblick zu El Salvadors Bitcoin-Move

Am 8. Juni 2021 wurde in El Salvador einem Gesetzesentwurf stattgegeben, der Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem US-Dollar gestattet. Seit diesem Tag häufen sich die Berichte zu geplanten Mining-Hubs, Vulkan-Power und Laser-Augen. Bukeles jüngster Krypto-Schritt hat allerdings gemischte Reakionen hervorgerufen.

Die Zentralamerikanische Zentralbank ist bereit, El Salvador bei seinem Vorhaben zu unterstützen. Der IWF und die Weltbank allerdings äußerten Bedenken und lehnten die Hilfegesuche des Landes ab. Hier haben wir in den letzten Wochen ausführlich für Euch berichtet. Auf eine Reaktion hat man allerdings eine ganze Weile vergeblich warten müssen.

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Die USA steigt in den Ring

Nachdem Präsident Bukele bereits Gegenwind vom IWF und der Weltbank bekommen hat, klopfte nun auch noch Besuch aus den USA an seine Tür.

Ich habe dem Präsidenten vorgeschlagen, dass El Salvador sicherstellt, dass alle Neuerungen gut reguliert werden. Dass sie transparent und verantwortungsvoll sind und vor bösartigen Akteuren geschützt sind.

Victoria Nuland, eine langjährige Mitarbeiterin des US-Außenministeriums und derzeitige Unterstaatssekretärin für politische Angeleheiten, wollte sichergehen, dass Bukele auch die Meinung der USA zu seinen Plänen kennt. Im Gegensatz zu El Salvador haben die Vereinigten Staaten eine eher skeptische Haltung gegenüber Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Wird Bitcoin den Einfluss des US-Dollars schwächen?

Die US-Behörden sind besorgt, das steht fest. Und es ist schon fast verwunderlich, dass man zu diesem Thema noch nicht früher von ihnen gehört hat. Hinter dem Deckmantel der Bedenken über Umweltauswirkungen und Terrorismusfinanzierung durch Bitcoin bis hin zu Marktmanipulationen, hört man mittlerweile Stimmen, was wirklich stören könnte.

Hat die US-Regierung Angst, dass der geopolitische Einfluss des Landes durch El Salvadors Bitcoin Adoption geschwächt werden könnte? Schließlich nutzt El Salvador den USD als gesetzliches Zahlungsmittel, nachdem es seine einheimische Währung aufgegeben hatte.

Die Bitcoin-Adoption könnte nun die Unabhängigkeit vom USD und damit auch den USA bringen. Schließlich könnten drohende Sanktionen das zentralamerikanische Land nicht mehr so hart treffen, wenn die Bürger eine andere Währung für ihre lebenswichtigen Ausgaben haben.

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Bitcoins Weg in die Zukunft

El Salvador macht uns nicht nur Bitcoins Weg in die Zukunft deutlich. Es zeigt uns auch den Schnittpunkt von Wirtschaft und Politik. Außerdem veranschaulicht es, wie Lateinamerika damit begonnen hat, ein Finanzsystem abzubauen, das für die Region nicht gut funktioniert – und wie diese Entwicklung Giganten Sorgen bereitet.

Es zeigt, wie Bitcoin zur Umgehung einiger Reibungen des internationalen Finanzsystems beitragen kann. Man sollte nicht davon ausgehen, dass nun jede Landesregierung, ob in Europa oder Lateinamerika, nach Bitcoin schreien wird. Aber uns sollte bewusst sein, dass Bitcoin eine echte Alternative für die dollarisierten Länder darstellt. Sie haben so die Chance, sich aus dem Abhängigkeitsverhältnis zu den USA zu lösen. Ein Verhältnis, in dem innenpolitische Entscheidungen zu sehr von außenpolitischem Druck beeinflusst werden.

Bitcoin bietet ihnen die Chance zum Global Player zu werden – und El Salvador hat es ihnen vorgemacht. Es bleibt abzuwarten, ob Nulands Besuch nur eine kleine Warnung an Bukele sein sollte oder ob sich die USA gezielter einmischen, wenn sie ihre Vormachtstellung im „dollarisierten“ El Salvador als gefährdet ansieht.