Die Regierung der Sonderverwaltungszone Hongkong hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches Privatanleger vom Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ausschließen würde. Nur noch von der Regierung als „professionell“ eingestufte Investoren mit einem Portfoliowert über 1 Mio. USD könnten dann digitale Assets handeln. Ein Schlag ins Gesicht für viele Menschen in Hongkong.

Dieser Schritt würde viele Investoren vom Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ausschließen. Die Regierung von Hongkong hat angekündigt, dass das neue Gesetz lokale Krypto Börsen dazu verpflichten würde, Lizenzen zu vergeben. Diese Lizenzen würden dann nur an ausgewählte, professionelle Investoren und Trader ausgegeben werden, die mindestens 1 Mio. USD in ihrem Portfolio haben.

Bitcoin und Co. nur noch für die Eliten?

Dass diese neue Gesetzesvorlage vollkommen gegen die Gleichberechtigung und Grundgedanken von Bitcoin und anderen Kryptowährungen spricht, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Jedoch sind die Geschicke von Hongkong in den letzten Jahren immer mehr durch chinesische Regierung bestimmt.

Hongkongs Politik wird stark durch Peking beeinflusst. Daran haben auch die Massenproteste in 2019 und 2020 gegen das Auslieferungsverfahren nach China wenig geändert. Hongkongs Financial Services and Treasury Bureau (FSTB) veröffentlichte am Freitag eine Mitteilung über die Beratungen.

Es erklärte, dass die Behörde zu dem Schluss gekommen ist, dass alle Krypto Börsen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegen, lizenziert werden müssten. Zurzeit können Krypto Börsen noch selber entscheiden und bieten einen lizenzierten Status nur per „Opt-in“-Verfahren an.

Strikte Regulation gegen Kriminalität ist vorgeschobener Grund

Sollte das Gesetz wirklich verabschiedet werden, hätte dies weitreichende Folgen für die Kryptobranche in Hongkong. Die Finanzaufsichtsbehörde hätte dann weitreichende Befugnisse über einen für die Branche insgesamt wichtigen Standort.

Die Behörde gab als weiteren Grund für die strikte Regulation an, sich an den Vorgaben der Financial Action Task Force (FATF) auszurichten. Die FATF ist eine internationale Organisation, welche sich gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einsetzt.

Grundlegende Ideen zu diesem Gesetz sind dabei nicht völlig neu. Schon im November letzten Jahres hatte die Regierung eine stärkere Regulation von Krypto Börsen und Geschäften in Hongkong angekündigt. Ein Verband der Krypto Börsen in Hongkong kritisierte die neuen Vorhaben der Regierung natürlicherweise und argumentierte, dass die neuen strengen Regeln Investoren in unregulierte Börsen und Märkte im Ausland treiben würde.

Fernost geht zunehmend härter gegen Bitcoin und Co. vor

Hongkong ist nicht das einzige asiatische Land, was in den letzten Tagen Schlagzeilen hinsichtlich Krypto-Regulierung machte. Neben China hat auch Thailand Anfang Mai strengere Regeln erlassen. Investoren müssen sich in Thailand nun identifizieren, bevor sie an Krypto Börsen handeln können. Dazu müssen sich Thailänder mit ihrem Personalausweis registrieren, was ausländische Investoren von thailändischen Börsen fernhalten soll.

Dass es bei der Idee von Bitcoin, gerade mit seinem dezentralen Aufbau, eigentlich darum geht, Menschen unabhängiger von Banken und Finanzbehörden machen, steht in starkem Kontrast zu dem neuen Vorhaben der Regierung in Hongkong. Der Nutzen dezentraler Handelsplattformen wird durch solche Gesetzesentwürfe bzw. Regulationen nur noch mehr hervorgehoben.