Chainlink ein Scam? – Was ist an dem Bericht von „Zeus Capital“ dran?

Chainlink konnte in den letzten Monaten nicht nur mit starken Partnerschaften, sondern auch mit einer unglaublichen Kursperformance punkten. Der LINK Kurs konnte sich nach der Coronakrise schnell erholen und hat mittlerweile sein bisheriges Allzeithoch in den Schatten gestellt. Der Preis hat sich seit März bis heute mehr als verfünffacht. Obwohl der starke Preisanstieg eine Korrektur immer wahrscheinlicher werden lässt, kennt der Hype keine Grenzen. Während Bitcoin und andere Kryptowährungen seit Wochen seitwärts laufen, geht es bei LINK seit Wochen fast nur noch bergauf.

Doch nicht alle sind so zuversichtlich in Bezug auf Chainlink. Gestern wurde ein 59-seitiger Bericht von Zeus Capital veröffentlicht, der LINK als Scam entlarven soll. Dabei wurde gesagt, dass der LINK Kurs zeitnah auf bis zu 0,07 USD fallen und somit vom heutigen Preis aus gesehen um 99% einbrechen könnte.

Wir wollen den Bericht ein wenig einordnen und schauen uns an, was an dem Bericht Fragen aufwirft oder ob es reiner FUD ist.

Zeus Capital Bericht: „Chainlink ist ein Scam“

Chainlink erlebt gerade ein Momentum und der Hype um das Projekt scheint keine Grenzen zu kennen. Nachdem das bisherige Allzeithoch gebrochen wurde, gibt es keine natürlich Grenze nach oben. Das bringt viele Investoren dazu ihr Portfolio mehr in Richtung LINK auszulegen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass der Einstieg in ein Projekt, nachdem es innerhalb von 4 Monaten mehr als 5x gemacht hat, vielleicht nicht die beste Idee ist. In der Regel kommt es nach so einem massiven Anstieg zu einer starken Korrektur. Wann die Korrektur kommt und wie stark sie ausfallen wird, lässt sich an dieser Stelle natürlich nicht abschließend sagen.

Im Höhepunkt des Hypes um Chainlink kam ein Bericht von Zeus Capital, in dem behauptet wird, dass LINK ein Scam sei. In dem 59-seitigen Dokument werden verschiede Gründe genannt, warum es sich bei Chainlink um einen Scam handelt.

Dabei gehen die Autoren auf das Pump and Dump Schema hinter LINK ein, die Token-Ökonomie, den Grad der Dezentralisierung, Probleme mit der Ethereum Infrastruktur, die starken Verkäufe der Founder und die mögliche Einstufung als Security bei der Securities and Exchange Commission (SEC).

Kurz und knapp: Das steht drin

Grundsätzlich wird in dem Bericht in Frage gestellt, welche Funktion Chainlink letztendlich erfüllen soll, wenn die volle Kontrolle bei den Initiatoren selbst liegt. Zudem haben die Gründer und das Team noch einen Großteil der LINK Tokens, die sie bereits mehrfach, ohne Ankündigung, verkauft und damit den Verkaufsdruck erhöht haben.

Hier wird nicht nur der Grad der Dezentralisierung in Frage gestellt, sondern auch die schlechte Token-Ökonomie, die einen inhärenten Konflikt zwischen Investoren, Kunden und den Gründern in Bezug auf den LINK Preis auslösen könnte. Zudem wird auf die hohen Transaktionsgebühren und begrenzte Skalierbarkeit von Ethereum, finanzielle Gefahren und mögliche Fehler im Code hingewiesen. Darüber hinaus wird in dem Bericht vermutet, dass Chainlink von der SEC als Security eingestuft werden könnte.

Herausgeber ist nicht Zeus Capital Ltd. aus London

Doch wo kommen das Dokument und die schweren Anschuldigungen her? Bereits bei der Verbreitung des Berichts wird es kurios. Das Dokument wurde nicht nur über verschiedene Social Media Plattformen verteilt, sondern auch direkt an viele Nutzer per Email verschickt. Woher das Unternehmen die Email-Adressen bekommen hat, ist nicht bekannt.

Auch das Unternehmen dahinter scheint es in der angegebenen Form gar nicht zu geben. Denn bei dem Herausgeber handelt es sich nicht um Zeus Capital Ltd., ein etabliertes Investmentbanking Unternehmen mit Hauptsitz in London.

Dies sind jedoch nicht die einzigen Fragezeichen hinter dem Bericht. Im Dokument selbst können viele Aussagen nicht ausreichend belegt werden. Auch der eigentliche Inhalt ist an vielen Stellen nicht objektiv genug gehalten. Dennoch gibt es einige Punkte, die durchaus nachvollziehbar sind und bei denen Chainlink nicht gerade gut aussieht. Die Tokenverteilung ist beispielsweise eine Thematik, die wir immer wieder erwähnt haben.

Aktuell sieht es aber eher nach einer gewollten Manipulation und FUD (Fear, Uncertainty, Doubt) aus, doch welche Absichten und welche Wahrheiten stecken dahinter?

Gewollte LINK Manipulation für eigene Short-Positionen?

Der Großteil der Twitter  Community hat den Bericht bereits als FUD abgestempelt. Viele vermuten, dass die Autoren einen Preissturz verursachen wollten, um mit ihren gesetzten Short-Positionen bei LINK einen Profit zu schlagen. Denn die Autoren haben selbst im Bericht angegeben, dass sie eine große Short-Position laufen haben.

Auf der anderen Seite gibt aber auch Befürworter des Berichts. So auch Tone Vays, der als Bitcoin Maximalist bekannt ist. In einem Tweet stimmte er den wesentlichen Punkten des Berichts zu und macht Chainlink damit starke Vorwürfe. Er gibt allerdings zu, dass er bereits vorher dieser Meinung war und den Bericht teilen möchte, ohne ihn gelesen zu haben:

Chainlink Scam Bericht – Fazit

Die Meinungen in Bezug auf den Artikel unterscheiden sich enorm. Viele Investoren verteidigen das Projekt und sehen den Bericht als reinen FUD. Vor allem weil es das Unternehmen dahinter in der Form nicht gibt, einige Quellenangaben in dem Bericht fehlen und der Inhalt nicht objektiv gehalten wurde. Natürlich liegt hier auch ein gewisses Interesse seitens der LINK Investoren vor, die ihr Investment mit allen Mitteln verteidigen wollen.

Auf der anderen Seite werden viele fundierte Gründe genannt, die auch gegen Chainlink sprechen könnten. Vor allem wird die Daseinsberechtigung des nativen Token in Frage gestellt. Es tauchen auch einige Red Flags auf, die bereits im Vorfeld bekannt waren aber von vielen mittlerweile verdrängt wurden.

So hat das Team hinter Chainlink bereits mehrfach ihre Token auf dem Markt verkauft und damit den Kurs in Richtung Süden bewegt. Zudem hat das Projekt aktuell noch die volle Kontrolle über den Onboarding Prozess und die Investoren hängen extrem vom Marketing und Partnerschaften des Projektes ab. Tatsachen, die nicht nur Chainlink betreffen, sondern auch auf andere Projekte abbildbar sind.

Hier jedoch von einem Scam zu sprechen, halten wir für zu scharf formuliert. Hier wird wiedermal deutlich, wie inflationär und falsch das Wort „Scam“ im Crypto Space genutzt wird. Denn wenn wir von einem gewollten Betrug (Scam) sprechen, dann denken wir doch eher an OneCoin, PlusToken und andere Schneeballsysteme.

DYOR – Do Your Own Research

Am Ende ist eine Sache klar. Ob du in Chainlink (LINK) Bestand nun verkaufen solltest oder investieren möchtest, kannst du nur selbst entscheiden. Wir wollen dir ein möglichst vollumfängliches Bild der verschiedenen Crypto-Projekte geben und scheuen uns auch nicht unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Dennoch ist es enorm wichtig, dass du dir ein eigenes Bild machst und dich selbst informierst: Do your own Research (#DYOR)!

Am besten du schaust einfach selbst in das Dokument und sagst uns, was du von der ganzen Sache hältst. Falls du Chainlink noch nicht kennen solltest und mehr über das Projekt erfahren willst, empfehlen wir dir einen Blick auf unseren „Was ist Chainlink“ Wissensartikel zu werfen.

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