In einer Nachricht an seine Kunden gab Goldman Sachs die Aussicht auf Ethereum an der Spitze der Kryptowährungen preis. Demnach würde die schiere Popularität von Smart Contracts nicht nur die Marktkapitalisierung von ETH über den Wert von BTC befördern, sondern Ether auch zum dominanten Wertspeicher machen.

Goldman Sachs teilt damit die bullische Meinung einiger Experten und Beobachter bezüglich Ethereum (ETH). Die aktuelle Nummer 2 der Kryptowährungen sortiert nach Marktkapitalisierung und dominantestes Netzwerk in Sachen DeFi soll Bitcoin nicht nur im Wert flippen, sondern auch als Wertspeicher ablösen.

Die Begründung für diese Aussicht liegt für Goldman Sachs in der Popularität von Smart Contracts, Ethereums Vormachtstellung in diesem Bereich, sinnvollen Änderungen mit der anstehenden „London Hardfork“ (vor allem EIP-1559) und der Aussicht auf ETH 2.0 mit Proof-of-Stake (PoS) anstatt Proof-of-Work (PoW).

Goldman Sachs sieht Ethereum vor Bitcoin

Anders als JPMorgan Chase, die eine bullische Entwicklung für Ethereum aufgrund des geringeren Energieverbrauchs von PoS und attraktivem Ethereum Staking sehen, hebt Goldman Sachs vor allem die Popularität von Smart Contracts heraus. Die Netzwerkeffekte würden sozusagen schon dafür sorgen, dass ETH die neue Nummer 1 werde.

[Ethereum] ist die Kryptowährung mit dem höchsten, realen Nutzungspotenzial. Ethereum ist das native Zuhause und die populärste Entwicklungsplattform für Smart Contract Applikationen.

Goldman Sachs merkt an, dass Bitcoin zwar die sog. „First Mover Advantage“ habe und dadurch einen stärkeren Aufmerksamkeitsfokus besitze, aber in Sachen Anwendungsgebiete  und Netzwerkgeschwindigkeit weit hinter Ethereum hinterherhinke. Als Resultat dessen fokussiere sich Bitcoin darauf eine „harte Währung“ zu sein auf einem „stark gesicherten Netzwerk“, ohne dabei aber an die Funktionalität von Ethereum heranzukommen.

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Flippening am Markt schon durch?

Zu den fundamentalen Gründen, welche Goldman Sachs anführt, gesellen sich markttechnische Daten. Zum Beispiel der Umstand, dass Ether über weite Strecken besser am Markt performt als BTC. In den letzten 12 Monaten legte ETH bspw. eine Performance von +896 % hin, vergleichen mit +275 % bei Bitcoin.

Quelle: Tradingview

Und auch in einer aktuell schwierigen Marktlage scheint Ethereum einfach mehr gefragt und daher performanter am Markt. Dies liegt aber nicht daran, dass Großbanken plötzlich ETH-Bullen geworden sind. Vielmehr liegt es an der Nachfrage der Marktteilnehmer, wie von Celsius Network zu hören ist.

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Ethereum gefragter bei Celsius Network

Laut Aussagen von Celsius Network, einem Lending-Projekt mit 17 Mrd. USD in Asset unter Management (AUM), soll der Anteil an Ethereum bei den Nutzern der Plattform, den Anteil an Bitcoin schon längst überholt haben. Die Aussichten für das restliche Jahr, 2022 und 2023 sehen hierbei eine noch stärkere Verlagerung auf Ether voraus.

Doch noch gibt es kein Flippening und die Frage nach dem besseren Wertspeicher wird am Markt geklärt werden. Denn am Ende entscheidet die Nachfrage den Wertspeicher und nicht irgendwelche Analystenmeinungen.