Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat auf ihrer Homepage den Fahrplan für geplante regulatorische Schritte für das laufende Jahr veröffentlicht. Darin enthalten sind Aussagen und geplante Regelungen zum Short Selling, mehr Transparenz für Märkte sowie Umwelt- und Klimafragen. Nicht besonders erwähnt werden Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. Warum dies überraschend ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Noch im Mai kündigte der neue Chef der SEC Gary Gensler an, den Kryptomarkt stärker regulieren zu wollen, um damit auch mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Dies wäre langfristig gut für alle Marktteilnehmer. Da in dem neuen Bericht zu geplanten Regulationen jetzt aber nicht besonders auf die Rolle der noch relativ jungen Technologien und Werte von Kryptowährungen eingegangen wird, überrascht umso mehr.

Stattdessen wird sich die SEC laut dem Bericht vor allem auf das Phänomen des Short Sellings konzentrieren. Anfang des Jahres machte besonders der krasse Kurssprung von GameStop und AMC Schlagzeilen. Über Online Foren wie Reddit hatten sich viele Hobby- und Privatinvestoren dazu verabredet, diese Aktien besonders stark zu kaufen. Einige Menschen wurden so sicher sehr reich, viele andere aber verloren ihre Ersparnisse.

SEC konzentriert sich auf Social Trading & Short Selling

RobinHood, eine Social-Trading Plattform sperrte kurzerhand der Handel der betroffenen Aktien und kam so stark in die Kritik: Der Vorwurf der Marktmanipulation zugunsten der großen Player im Markt stand im Raum. Gary Gensler, der Chef der mächtigen US-Börsenaufsicht sagte auf einer Konferenz zur Rolle der Kryptowährungen:

Dies ist eine relativ volatile, manche würden wohl sagen sehr volatile, Anlageklasse. Alle Menschen und Firmen, die investieren, würden durch eine stärkere Regulation profitieren.

Besonders betonte Gensler auch die besondere Rolle von Bitcoin. Nach seiner Aussage ist Bitcoin ein Wertspeicher ähnlich wie Gold, jedoch keine Aktie. Seine Behörde reguliert jedoch vor allem das klassische Wertpapier- und Aktiengeschäft. So wäre es nicht ganz klar, ob seine Behörde das letzte Wort hat, wenn es um die Regulierung von BTC ginge.

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Gensler: „Bitcoin ist ein Wertspeicher“

Andere Kryptowährungen, wie zum Beispiel Ripple, haben eher Eigenschaften von Aktien. Ein Rechtsstreit vor einem New Yorker Gericht versucht schon seit längerem, diese Frage genau zu beantworten. Gensler sagte wörtlich:

Es gibt eine Menge Autorität, die die SEC derzeit im Bereich der Wertpapiere hat, und es gibt eine Reihe von Kryptowährungen, die in diese Zuständigkeit fallen, aber es gibt einige Bereiche, insbesondere der Bitcoin-Handel an großen Börsen, bei dem die Öffentlichkeit derzeit nicht wirklich geschützt ist.

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Unklare Einordnung von BTC als Anlageklasse

Besonders die Eigenschaft von Bitcoin, ein digitales knappes Gut darzustellen, sowie in den meisten Fällen unabhängig von sonstigem Marktgeschehen zu sein, klassifiziert Bitcoin in den Augen von Gensler als eigene Anlageklasse. Gensler hat den Kongress zu mehr Regulierung des Krypto-marktes aufgefordert, passiert ist bis jetzt jedoch wenig. Es ist unklar, wann sich die Gesetzgeber mit Bitcoin und Co. näher befassen werden.

Zur Zeit werden Kryptowährungen wie Bitcoin nicht als Aktien behandelt, was sie damit nicht in den Zuständigkeitsbereich der SEC fallen lässt. Gensler war vor seinem Job bei der SEC Professor für Blockchain-Anwendungen. Er ist also ein Mann vom Fach und die Kryptocommunity hatte seine Berufung als Chef der SEC gefeiert.